Alles im Fluss

Am Sonntag wurde die Ausstellung „Alles im Fluss“ im Beeke Sellmer Haus eröffnet. Drei verschiedene Workshops unter der Leitung der Laboer Künstlerin Karen Kieback gab es im Sommer dieses Jahres wieder auf dem Hof Wiese mit insgesamt 29 Teilnehmerinnen und einem Teilnehmer. Man sieht an den Zahlen, die Männerquote ist noch nicht ganz erreicht.

Insgesamt 44 Exponate sind im Beeke-Sellmer-Haus ausgestellt wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Denn das Schöne an den Kursen bei Karen Kieback ist, das die Teilnehmer-/innen immer der Leitspruch vor Augen haben: „Jeder malt für sich selbst!“ Bei bekannten Künstlern die von ihren Werken leben ist es ja oft so, dass sie die Motive malen, die gerade „IN“ und gefragt sind. Künstlerische Marktwirtschaft. In den Kursen von Karen Kieback kommt es aber darauf an, einmal in sich zu gehen, zu experimentieren, Dinge auf Leinwand oder Papier zu bringen, die sich mit Worten schlecht ausdrücken lassen.

Die Laboer Künstlerin und Karen Kieback erläutert die 3 Sommer-Workshops

Was man den Werken nicht ansieht, sie entstanden nicht nur bei Sonnenschein in dem herrlichen Garten von Hof Wiese, sondern Regen, Sturm, Matsch zwangen die Teilnehmer in diesem Sommer öfter einmal, im Gewächshaus oder in der Scheune an ihren Bildern weiter zu arbeiten.

Experimentelle Malerei bedeutet aber auch, einfach mal ein paar „verrückte“ Dinge auszuprobieren. Normal mit dem Pinsel wird bei Karen Kieback eh weniger gearbeitet, denn es gibt ja sehr viele verschiedene Möglichkeiten, ein Bild farbig zu gestalten, sei es per Spachtel, Stempeltechnik, Collagen usw.

Und so war es z.B. der einzige männliche Teilnehmer Benjamin Dehde, der einfach mal für sich ausprobieren wollte wie es sich anfühlt, in Farbe getauchte Bälle gegen die Leinwand zu werfen. Was passiert da innerlich bei mir? Wie wirkt das fertige Bild später auf mich? Nun, hätten das Picasso oder Andy Warhol gemacht wäre das Bild sicherlich ein paar hunderttausend Dollar wert, so war es für den Künstler eine wertvolle Erfahrung, auch wenn die Zuschauer nur Kleckse sehen und ohne Erklärung vielleicht ein Muster auf der Leinwand zu erkennen versuchen.

Interessant auch das Thema „weibliche Figuration“ in einem anderen Workshop, wie sehen Frauen sich und die Männer in der Sprache der Bilder? Oftmals werden da die weichen, weiblichen Rundungen betont während die Männer als eckig und eher grob ins Bild eingepasst werden, sehr interessant.

Collage „Holla die Waldfee von Kerstin Stark

„Hollah die Waldfee“, eine Collage in Öl und Acryl von Kerstin Stark zog auch viele Blicke auf sich, der Titel passte ganz hervorragend zum Bild.
Und so sind eben in den 3 Workshops ganz unterschiedliche Werke entstanden, bei dem Thema „Fernöstliche Lebensweisheit Yinyang“ drehte es sich um die Weisheit: „In der Ruhe liegt die Kraft“, ein Thema, das ja sehr gut in unsere heutige sehr hektische Zeit passt. Die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde werden hier auch wieder ganz unterschiedlich dargestellt, in schwarz/weißen Elementen oder durch grünes Wasser, das für Glück und Erfolg stehen soll.

Und damit schließt sich wieder der Kreis. 30 Menschen die in sich hinein geschaut haben, haben ihre Empfindungen und Vorstellungen auf die Leinwand gebracht. Eine sehr gelungene und interessante Ausstellung. Einen Teil aller gemalten Bilder können die Besucher noch bis zum 28. November jeweils dienstags 10 bis 12 Uhr (außer Feiertage) anschauen, die Finissage ist am 25. November um 15:00 Uhr.

Für das Jahr 2018 sind schon wieder 3 Workshops auf dem Hof Wiese geplant, und zwar Workshop 1vom 01.- 03.08.2018, Workshop 2 vom 06.-10.08.2018 und Workshop 3 vom 13.-15.08.2018. Da die Workshops mit Karen Kieback äußerst beliebt, die Plätze aber sehr begrenzt sind, empfiehlt sich eine möglichst schnelle Anmeldung bei der VHS schriftlich oder telefonisch unter der Nummer 04343 1795.

Wer einmal etwas mehr über die Künstlerin Karen Kieback und ihre Arbeiten erfahren möchte schaut mal auf ihrer Homepage vorbei http://www.karen-kieback.de/