Bahn frei für »Hein Schönberg«

Schönberg (rr) Eine Infoveranstaltung rund um den Bahnbetrieb von der Landeshauptstadt ins Ostseebad Schönberg gab es am vergangenen Mittwoch im Hotel Am Rathaus. Etwa 70 Interessierte Bürger, Mitglieder aus Vereinen und Verbänden, sowie der Kommunalpolitik wollten beim Thema »Hein Schönberg« mit dabei sein und den Planern und Experten Fragen stellen können.

Auch die Gestaltung des Bahnhofsgebäudes und des Umfeldes wurde in den Mittelpunkt gerückt, die Planungen im Ortskern wurden mit einer Ideenskizze verdeutlicht. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit sich von den Experten an den ausgehängten Planungen beraten zu lassen. Lukas Knipping erläuterte den Gestaltungsvorschlag für das Bahnhofsumfeld im Herzen Schönbergs.
Nach 40 Jahren wird die Bahnstrecke von Kiel bis zum Schönberger Strand nun bald wieder in Betrieb genommen. Bis nach Oppendorf fährt der neue »Hein Schönberg« nun bereits seit Anfang September wieder. An vielen Info-Abenden hat die AKN-Eisenbahn, mit Sitz in Kaltenkirchen, die die Eisenbahninfrastruktur übernommen hat und Nah.SH sich sehr darum bemüht, die Bevölkerung in die Entwicklungen einzubeziehen. Wie wichtig dies ist, machte der AKN Vorsitzende Wolfgang Seyb in seiner Begrüßung noch einmal deutlich. Dabei sind gute Partner in den Planungsprozessen unverzichtbar. Ein kombiniertes Bus-Bahn-Angebot wird es geben, so dass für viele Berufstätige auch viel Zeit gespart werden kann. »Schönberg will Hein Schönberg, für uns in Schönberg war die Reaktivierung nie eine Aussage mit Fragezeichen«, das wurde auch durch den Bürgermeister des Ostseebades Peter A. Kokocinski unterstrichen. »Die Bahnstrecke werde dazu beitragen, mehr Menschen zur Entlastung der Straßen in einen schnellen ÖPNV zu bewegen und durch diese gute Verkehrsanbindung an Kiel auch die Gemeinden des Umlands attraktiv zu halten«, so Kokocinski weiter.

Er wies darauf hin, dass Schönberg derzeit in fußläufiger Entfernung zum Schönberger Bahnhof ein Neubaugebiet plane, dass »die Bedarfe des dringend benötigten bezahlbaren Wohnraums in Schönberg mit decken soll«. Doch es gibt in der Probstei natürlich nicht nur Befürworter einer Eisenbahnnutzung, eine Bürgerinitiative dagegen hatte sich 2013 gebildet. Dabei waren der erhöhte Verkehrslärm und die steigenden Unfallgefahren Argumente. Befürchtet wird die schlechtere Anbindung kleinerer Probsteier Orte. Die Zahl derer, die das Projekt durch Initiativen entlang der Bahnstrecke unterstützen überwiegt aber deutlich, so dass die politischen Beschlüsse entsprechend gefallen sind und alle Signale auf Grün für Hein Schönberg stehen. An den Stationen Schönkirchen und Probsteierhagen werden zur Umsetzung die Bahnsteige abschnittsweise als Kombibahnanlage gestaltet an denen die Fahrgäste barrierefrei zwischen Bahn und Bus umsteigen können. In Probsteierhagen ist die Einrichtung eines park-and-ride Platzes sowie einer Fahrradabstellanlage geplant. Dies gilt auch für den Bahnhofsbereich in Schönberg, wo 27 Pkw-Parkplätze und 60 überdachte Stellplätze für Fahrräder nach ersten Überlegungen entstehen könnten.
Neue Trassen sind erforderlich. So werden in den Streckenausbau rund 30 Millionen Euro investiert. In den ersten Jahren endete die Bahn in Schönberg am alten Bahnhof. Die Verlängerung der Strecke bis zum Schönberger Strand ging im Juni 1914 in Betrieb. 24 Kilometer ist die Strecke lang. Seit 1976 sorgen bislang die Museumsbahner des VVM am Schönberger Strand dafür, dass es zu Zugbewegungen innerhalb der Probstei auf der Hein Schönberg Strecke kommt – in vier Jahren soll das der Regelfall durch einen Linienbetrieb der DB Regio von Kiel bis zum Schönberger Strand sein.