Bewußtsein wecken – sensibilisieren – informieren

Schönkirchen (nn) Die Pflege älterer Menschen verlangt Familien viel ab: zeitlichen Aufwand, Kraft und Nerven. Nicht selten wird die nicht immer einfach Aufgabe zur körperlichen und seelischen Belastung – für die Angehörigen genauso wie für die Pflegeprofis, Ärzte und Betreuer.

Um in solchen Situationen Pflegekräften wie auch den zu Pflegenden zu helfen, bieten das PflegeNotTelefon und der Pflegestützpunkt im Kreis Plön neben seinen Beratungen nun auch einige Infoveranstaltungen an. Kritische Situationen in der Pflege sind keine Seltenheit. Mal sind die pflegenden Angehörigen überfordert, mal stoßen Pflegekräfte an ihre Grenzen. Eine solche Belastung kann – aus Überforderung, Hilflosigkeit und fehlendem Wissen um Alternativen – zu Gewalt führen. Aber auch die Entscheidungen, die im pflegerischen Alltag getroffen werden müssen, belasten: Soll ein unruhiger Mensch, Medikamente zur Beruhigung bekommen? Wie begleitet man Menschen mit einer Depression durch pflegerisches Handeln angemessen? Und wer zahlt am Ende die nicht immer geringen Kosten dafür? Was in welcher Situation angemessen und würdevoll ist, darüber muss man reden. Doch nicht immer gelingt dieser Aushandlungsprozess. In solchen Situationen brauchen nicht nur die alten Menschen Ansprechpartner, Unterstützung und Hilfe, sondern auch die Angehörigen und Pflegekräfte. Als neutraler Ansprechpartner fungiert hier das PflegeNotTelefon. Seit 1999 gibt es das Angebot, bei dem Fachleute 24 Stunden rund um die Uhr unter der Telefonnummer 01802-494847 ein offenes Ohr für Sorgen haben, telefonisch beraten oder Beschwerden entgegen nehmen. Persönliche und ebenfalls neutrale sowie kostenlose Beratungen leisten die Fachleute der 14 Pflegestützpunkte in Schleswig-Holstein während ihrer Öffnungszeiten.
Neben den Beratungen bieten das PflegeNotTelefon und der Pflegestützpunkt im Kreis Plön nun auch einige Infoveranstaltungen an, die sich an Familienangehörige von Pflegebedürftigen wie auch an Fachpersonal und interessierte Zuhörer wenden. »Wir wollen mit unserem Angebot Menschen aus der Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit holen«, sagt Anke Buhl, Projektkoordinatorin des PflegeNotTelefons, die zusammen mit Nicole Adamczewski und Daniela König, Beraterinnen im Pflegestützpunkt im Kreis Plön, im AWO Wohn- und Servicezentrum Schönkirchen die Infoveranstaltungen organisiert. Unter dem Motto »Bewusstsein wecken – Sensibilisieren – Informieren« gibt es zwei Vorträge mit anschließender Diskussion zu wesentlichen Themen aus den Beratungsgesprächen.
So wird Dr. Reinhard Lindner, Oberarzt Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie Hamburg, am 4. Mai, 15 bis 17 Uhr über das Thema Kriegskinder in der Pflege sprechen. Gleichzeitig wird eine Ausstellung mit Erinnerungskisten eröffnet. Am 14. Juni, 15 bis 17 Uhr, erzählt Dr. Petra Schulze-Lohmann von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. über gesunde Ernährung im Alter. Die Vorträge finden im AWO Wohn- und Servicezentrum, Steinbergskamp 2 in 24232 Schönkirchen statt. Der Eintritt ist frei.