Eckhard Lamp – ein Vollblut-Ehrenamtler

Stein (kk) Er lebt für’s Ehrenamt – Eckhard Lamp. Der langjährige Vorsitzende des TSV Stein will nun im Alter von 77 Jahren einen Schritt kürzer treten und trat zur Wahl nicht wieder an. Er will nun für Jüngere den Platz räumen. Denn so ist Eckhard Lamp – bescheiden und unaufgeregt. Doch eines bleibt: Seinen Platz am Spielfeldrand gleich vorn an der Ecke, den wird er auch weiterhin einnehmen.
Eckhard Lamp hat von Kindesbeinen an Sport getrieben, war dem Fußball verfallen, fuhr dafür mit dem Fahrrad ins Nachbardorf Laboe. Grund genug für ihn, in den TSV Stein einzutreten und dort Verantwortung zu übernehmen.
»Ursprünglich wurde der Verein ja schon 1926 gegründet, doch nach dem Krieg wurde er dann erst 1970 wieder belebt«, erzählt Eckhard Lamp. Und so beugte er sich dem Druck und wechselte vom VfR Laboe, wo er bis 1970 Fußball gespielt hatte, in den wieder gegründeten TSV Stein. Er wurde Jugendwart, organisierte den Spielbetrieb mit, engagierte sich für die Nachwuchsförderung und wurde 1980 Vorsitzender. »Mit Fußball fing zwar alles an und Fußball war lange die tragende Säule, aber wir wuchsen auch schnell, nahmen Tischtennis, Turnen und Aerobic mit auf«, erzählt Lamp.
Doch dieser Verein ist seit jeher nicht nur eine Organisation, in der Sport getrieben wird, sondern auch Eckpfeiler des gesellschaftlichen Lebens im Ort. »Wir hatten uns von Beginn an auf die Fahnen geschrieben, nicht nur Sport zu machen, sondern auch das kulturelle Angebot im Dorf zu beleben«, erzählt Eckhard Lamp. Der Sportbegeisterte blickte auch schon früh über den Tellerrand seiner Heimatgemeinde hinaus. Beim Kreisfußballverband Plön war er von 1986 bis 2008 zweiter Vorsitzender. Parallel dazu engagierte sich Lamp in der Kommunalpolitik. »Als 1970 die CDU in Stein zur Kommunalwahl antrat, sagte mein Großvater: »Dor musst Du mit bi«. Er war Gemeindevertreter, stellvertretender Bürgermeister und wurde schließlich 1994 Bürgermeister. Dieses Amt füllte er bis 2010 aus und ist heute überzeugt: Diese Kombination aus kommunalpolitischer Verantwortung und Vereinsspitze war sicher nicht nachteilig für die Entwicklung des TSV. Der ist unter der Ägide Lamps bis heute hin ein kulturelles Schwergewicht für den Fremdenverkehrsort. Die Sportler organisieren und gestalten Feste im Dorf, die kreis-, ja landesweit bekannt wurden, wie die Preismaskerade – dem wohl aufwendigsten Faschingsfest weit und breit. »2006 gab es leider die letzte«, bedauert Lamp heute noch. Das Molenfest, das 2000 mit dem Bau der Steiner Mole ins Leben gerufen wurde, hat inzwischen Kultstatus. Das Kindervogelschießen, der Kinderfasching, das Deichfest und das Sommerturnier – überall stehen freiwillige Bierzapfer, Brötchenverkäufer, Kinderanimateure, Fischräucherer und Griller bereit, sich zu engagieren. »20 bis 25 Freiwillige werden jeweils für die Feste gebraucht und alle packen mit an«, berichtet Lamp nicht ohne Stolz auf »seine« Truppe. Dieses ehrenamtliche Engagement und der Zusammenhalt seien es, die den Verein auszeichnen, betont Lamp und es schwingt ein bisschen Wehmut mit. Doch: »Mal muss gut sein.«