Ausstellung „Gestrandet اﻟﺷﺎطﺊ ﻋﻠﻰ اﻟﻧﺎﺟﯾن „

 

2016-08-16 022 - Ausstellung Gestrandet (Large)_ShiftN
Bilder einer Flucht – ergänzt durch die Texte der Flüchtlinge

„Flüchtling“ – dieses Wort ist im Moment in aller Munde – auf der Straße, in den Medien. Nichts scheint die Öffentlichkeit gerade so zu bestimmen wie die „FIüchtlingskrise“.

Doch wer kennt (außer den ehrenamtlichen Helfern) schon persönlich einen dieser Flüchtlinge?

In einem kleinen Ort wie Laboe ist die Aufnahme von rund 70 Flüchtlingen kein Problem. Und genau daraus ergibt sich eine Chance, diesen Menschen auch persönlich einmal näher zu kommen und genau das möchte die Ausstellung „Gestrandet اﻟﺷﺎطﺊ ﻋﻠﻰ اﻟﻧﺎﺟﯾن“ im Freya-Frahm-Haus demonstrieren.

Das, was die Besucher des Freya-Frahm-Hauses ab Mittwochabend bis zum 29. August täglich sehen werden, geht mächtig unter die Haut. Den drei Hauptakteuren oder besser Haupthelfern in Laboe: Anni Kowalski, Kai Rönnau und Joachim Rathke geht es darum, zum einen die Herkunftsländer der geflüchteten Menschen zu zeigen und zum anderen zu schildern, warum und unter großen Entbehrungen und Gefahren diese Menschen vor dem Krieg und Terror in ihren Ländern fliehen mussten.

Der freischaffende Regisseur Joachim Rathke hat mit den Mitwirkenden sehr ausführliche Gespräche geführt, auf Deutsch, auf Englisch oder mit Hilfe eines Dolmetschers. Sehr schwierig war es sicherlich, aus den sehr individuellen und persönlichen Gesprächen einen Text herauszuarbeiten, der zusammen mit den Fotos einen ganz kleinen Ausschnitt aus dem ganz persönlichen Schicksal der Menschen widerspiegelt.

Plakat Gestrandet
Plakat der Ausstellung

Es sind teils sehr bedrückende, ganz persönliche Fotos die durch einige Pressefotos ergänzt wurden, wo es der besseren Anschaulichkeit dient. Ich würde mir ganz fest wünschen, dass diese Ausstellung auch bei den Menschen zu einem Umdenken führt, die der Flüchtlingsfrage gleichgültig oder ablehnend gegenüber stehen.

Denn in dieser Ausstellung sehen wir nicht nur Bilder, sondern wir lernen auch die Menschen kennen, die hinter diesen Bildern und Geschichten stehen. Wir können mit ihnen sprechen, teilweise sprechen unsere Neubürger schon recht gut Deutsch, aber englisch geht meistens auch.  Immer Obergeschoss wurde ein kleiner Filmraum eingerichtet und aus  der Küche wird es orientalisch duften. Einige Flüchtlinge versuchen auch, ihre Erlebnisse in Form von Malerei auszudrücken, auch davon sind einige Werke in den Ausstellungsräumen zu sehen.

Am Sonnabend, den 20.8. gibt es ab 18:00 Uhr als Sonderevent einen kulinarischen Abend. Mehrere Flüchtlinge bereiten Gerichte aus ihrer Heimat zu und bieten sie den Gästen zum Probieren an. Eine telefonische Voranmeldung bei Joachim Rathke unter der Telefonnummer 0172 8095191 ist aber unbedingt erforderlich, die Plätze sind begrenzt.

Die Ausstellung ist täglich geöffnet, Montags bis Donnerstags von 13 – 21 Uhr und Freitags bis Sonntags von 10 – 21 Uhr.

Ein ganz großer Dank zum Schluss nach an die Sponsoren, denn so eine Ausstellung auf die Beine zu stellen verursacht nun einmal nicht unerhebliche Kosten. So wird die Ausstellung gefördert vom Fonds Soziokultur, vom Kieler Verein GETRA e.V. und von der Reklamewerkstatt Laboe. Inhaber Karl-Heinz Kahl hat es möglich gemacht, aus kleinen Handyfotos große Bilder auf Platten zu ziehen und auch die Geschichten dazu großformatig  in Szene zu setzen. Und nicht zu vergessen natürlich die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer aus Laboe und Umgebung.