Greenpeace-Schiff BELUGA II in Laboe

Zu Gast im Hafen von Laboe ist an diesem Wochenende das Greenpeace-Schiff Beluga II, dass sich auf einer rund 4-wöchigen Informationstour entlang der deutschen Ostseeküste befindet. Erste Station war Laboe, um über die Schönheit und die Bedrohungen der Antarktis und die Arbeit von Greenpeace auf diesem Gebiet zu informieren.  Dazu werden auch Informationsstände in den jeweiligen Häfen aufgebaut.

Bei dem Schiff handelt es sich um einen Zweimast-Klipper Baujahr 2004, 34 Meter lang und 5,60 Meter breit und hat einen Tiefgang von nur 1,90 Metern. Das Schiff wurde 2003 als erster Neubau von Greenpeace als Flachbodenschiff konzipiert und bei der Friedjof-Nansen-Werft in Wolgast in Auftrag gegeben. Das Schiff kann dank des geringen Tiefgangs auch auf flachen Binnengewässern fahren. Für Hochsee-Fahrten besitzt das Schiff zwei Seiten-Schwerter. Die Gesamtsegelfläche beträgt 320 qm, die Maschine leistet 235 PS und wird mit schwefelfreiem chiffsdieselkraftstoff betrieben.

von li: Johannes Wriske, Linda Sauer und Anette Blohm informieren die Besucher

Auch wenn das Schiff äußerlich an einen alten Holländischen Frachtensegler erinnert, wurde die Beluga II mit vielen technischen Besonderheiten den Wünschen und Anforderungen von Greenpeace angepasst. So auch die beiden rund 20 Meter hohen Masten, die sich bei Bedarf umklappen lassen, damit die BELUGA II auch unter kleineren Brücken hindurch fahren kann. In den Laderaum passt ein Standard-Container, der je nach Einsatzzweck als Forschungs-Labor, Krankenstation, Einsatzzentrale usw. ausgestattet sein kann und schnell ausgetauscht ist. Ohne Container dient der Raum als Veranstaltungsraum für Filmvorführungen und Veranstaltungen.

Blick in den Veranstaltungsraum für Filme und Vorträge

Hauptanlass für die jetzige Schiffstour ist allerdings die aktuelle Greenpeace-Meereskampagne für ein Schutzgebiet im antarktischen Weddellmeer. Die Chance dazu bietet sich im Herbst, wenn die Antarktis-Kommission CCAMLR auf Initiative der deutschen Bundesregierung über ein 1,8 Millionen Quadratkilometer großes Schutzgebiet entscheiden wird.

Wer sich mit Greenpeace für die antarktischen Meere einsetzen möchte, kann direkt vor Ort die Petition an die Antarktis-Kommission unterzeichnen.

Besucherinnen und Besucher erwartet im Inneren des Schiffes eine Ausstellung zum Südpolarmeer und dessen Bedrohung durch industrielle Fischerei, speziell auf Krill. Sie sind das Hauptnahrungsmittel der dort lebenden Wale und anderer Meeresbewohner. Krill wird für Menschen zunehmend als Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3) oder in der Kosmetikindustrie angewandt, allerdings mit zweifelhaftem Ergebnis für die Wirksamkeit bei Menschen. Aber auch über den Klimawandel und die Vermüllung der Meere informiert Greenpeace.

Entsprechende Vorträge und Filme können sich die Besucher im „Laderaum“ ansehen. Dazu bieten Greenpeace-Ehrenamtliche vormittags von 10 – 13 Uhr und nachmittags von 14 – 19 Uhr Führungen über das Segelschiff an und berichten über das Leben an Bord sowie die bisherigen Einsätze der Beluga II für den Umweltschutz. Der Besuch ist kostenlos.

Die nächste Station der Beluga II ist Kappeln an der Schlei, wo das Schiff am 12. und 13. Juni festmachen wird.

Weitere Informationen über die Beluga II gibt es hier: https://www.greenpeace.de/beluga

Über das Antarktisprojekt von Greenpeace gibt es genauere Informationen hier: https://www.greenpeace.de/kampagnen/antarktis