Große Ehrung für Peter Dittmer

Kiel/Laboe (nn) Peter Dittmer: Der Laboer Peter Dittmer ist für seinen unermüdlichen und vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz von Ministerpräsident Daniel Günther mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet worden. Und das freut nicht nur den »Ostsee-Peter«, sondern auch die Laboer. In Scharen kamen sie zur Gratulationsfeier ins Freya-Frahm-Haus.
»Es ist schon eine besondere Ehre, vom Land Schleswig-Holstein ausgezeichnet zu werden und die Nadel aus der Hand des Ministerpräsidenten zu erhalten«, ist Peter Dittmer sichtlich stolz, das sein ehrenamtliches Engagement zum Wohle seines Wohnortes so geschätzt und gewürdigt wird. Dabei hatte der 69-Jährige im Jahr 2008 nur damit begonnen, um es sich einfach zu machen. »Damals bin ich mit meiner Lebensgefährtin Renate nach Laboe gezogen«, erklärt Dittmer, der aus Buchholz in der Nordheide stammt. In den Ort hatte sich das Paar im Urlaub verguckt und hatte neun Monate später kurzerhand seinen Lebensmittelpunkt ins Oberdorf verlegt. »Doch anfangs kamen wir gar nicht dazu, Laboe und die Umgebung so ausgiebig zu erkunden, wie wir es wollten, weil wir Familie und Bekannten ständig per Mails erzählen mussten, wie es sich hier lebt.« Das muss sich ändern, beschloss der gelernte Industriekaufmann und erschuf 2010 die Website www.wir-in-laboe.de. Auf anfangs drei Seiten stellte er Bilder für die Freunde und Familie ein. Doch natürlich ist eine Internetseite öffentlich sichtbar für jeden – und über die Jahre fanden immer mehr Menschen Gefallen an den Fotos und kleinen historischen und neusten Geschichten über Laboe, die Peter Dittmer einstellte. »Bei Spaziergängen sprachen mich die Laboer drauf an, drücken mir alte Fotos und Postkarten in die Hand oder erzählten mir beim Kaffee einiges über Laboe von früher«, freute sich der kontaktfreudige und herzliche Mann über die Geschichten, die mit in seine Homepage-Berichte einflossen. Und begeisterten daraufhin noch mehr Menschen. Im vergangenen Jahr hatte rund 250.000 Besucher die Seite besucht, 70 Prozent davon kamen aus Deutschland, etliche aus den USA und Frankreich. »Aber auch in Trinidad, Tobago, Kambodscha und anderen exotischen Ländern hat man schon mal was von Laboe gelesen«, weiß Dittmer, dem es Spaß macht, über die schönsten Punkte des Ostseebades zu schreiben und für Laboe Werbung zu machen.

Weil der technisch Versierte historisch sehr interessiert ist, schloss er sich vor rund fünf Jahren der Gemeinde-Rathaus-Archiv-Gruppe (GRAL) an. »Wir sichten die Unterlagen im Archiv und digitalisieren diese, damit irgendwann alle Laboer darauf zurückgreifen können.« Etliche Anfragen von Einwohner, über alte Häuser und Straßenzüge, beantwortet die dreiköpfige Gruppe, die zweimal die Woche in den Akten stöbert, nebenbei. Dank des Archivs, aber auch dank unzähliger eigener neuer und historischer Fotos hatte die Gemeinde sich auch an Peter Dittmer gewandt, als ein Verlag vor sieben Jahren mit dem Wunsch ans Rathaus herantrat, einen historischen Kalender von Laboe zu erstellen. »Eigentlich sollte es nur eine Auflage für das Jahr 2012 geben«, erinnert sich der Ehrenamtler. Inzwischen hat er die Bilder für das Exemplar 2019 schon zusammen. Mit Bildern aus seinem Archiv und Texten hilft er regelmäßig auch Vereinen, dem Laboer Extrablatt und nicht zuletzt dem Förde Kurier weiter. »Ach ja, Ostseebotschafter für Laboe bin ich auch noch!« 2012 wurde er durch eine Initiative der Ostholstein Tourismus Gesellschaft dazu gekürt.
All diese Aktivitäten sorgen dafür, dass sein Leben nicht langweilig wird. »Die Aufgaben haben mir nach dem Tod von Renate 2012 geholfen, nicht in ein tiefes Loch zu fallen«, erklärt er. Laboe und vor allem die Laboer schenken Peter Dittmer, wie er sagt, Lebensfreude – und die versuche er durch sein Engagement wieder zurück zu geben. Dass das und das vor allem Peter Dittmer und seine Art im Ostseebad sehr gut ankommen, zeigt nicht nur die Auszeichnung des Landes Schleswig-Holstein – für die ihn seine gute Freundin Uschi Wieck vorgeschlagen hat – sondern auch die große Schar an Freunden, die es sich nicht nehmen ließ, für Peter Dittmer eine Überraschungsfeier im Freya-Frahm-Haus zu organisieren und ihren »Ostsee-Peter« hochleben zu lassen.