Heide Böse schreibt über Pinguin Tim

Probstei (nn) „Oma, erzählst Du uns eine Geschichte?“ Mit diesem Satz fing sie an, die neue, kleine Karriere von Heide Böse als Kinderbuchautorin. Denn anstatt beim Babysitten Bücher vorzulesen, dachte sich die 66-Jährige selbst Geschichten aus. Die schönsten Erlebnisse von Pinguin Tim und seinen Freunden sind jetzt als Buch erschienen.

Geschrieben hat die ehemalige Krankenschwester schon ihr ganzes Leben. „Aufsätze verfassen mochte ich als Schülerin am liebsten“, erzählt Heide Böse. Später waren es lustige Verse, Sprüche und flüchtige Augenblicke, die sie in kurzen Zeilen auf Papier festgehalten hat – für sich selbst oder für Familie, Freunde und Arbeitskollegen. Viele dieser Zeilen sind ebenfalls in gedruckter Form erschienen – als „Gedankenwelten“. Doch dass sie mal ein Buch mit eigenen Kindergeschichten schreiben – und das noch ganz professionell verlegen lassen würde, daran hatte sie nicht im Traum geglaubt. Der Grund, dass Heide Böse jetzt doch „richtige Autorin“ geworden ist, heißt Leonard und ist fünf Jahre alt. „Als mein Enkelsohn zwei oder drei Jahre alt war, habe ich angefangen, mir Geschichten für ihn auszudenken, die ich ihm beim Schlafen gehen erzählt habe“, erzählt Heide Böse. Von Tim, dem kleinen Pinguin vom Südpol. Der fährt mit einer Eisscholle auf große Reise, weil er unbedingt einen Eisbären treffen will. Auf der Fahrt lernt er viele neue Freunde kennen, den Wal, einen Tintenfisch, Robben und einen Albatros. „Immer wenn ich auf Leonard aufgepasst habe, hab ich die Geschichte von Tim weitererzählt.“ Um alle kleinen Storys zu behalten und um ja nichts Wichtiges zu vergessen, hat Heide Böse angefangen, sich in ein kleines Schulheft Notizen zu machen. Und irgendwann war der Plan da, daraus ein richtiges Buch für das Enkelkind zu machen.
Während die Kielerin die kleinen Texte schrieb, hat sie ein befreundeter Sportkollege – Heinz Siebolds – um die Illustrationen gekümmert. Aus Texten und Bildern hat sie dann ein Fotobuch erstellt. Doch das Ergebnis war nicht so, wie sie sich das erhofft hatte. „Also dann eben richtig“, hatte sich Heide Böse gesagt und sich um einen Verlag gekümmert, der Layout und Druck übernahm. „Das war schon alles sehr aufregend und sehr langwierig. Das hätte ich nicht gedacht“, sagt die Autorin, die von ihrem Erstlingswerk auf eigene Kosten 500 Bücher hat drucken lassen. Natürlich hat Leonard das erste Exemplar bekommen.
Die Texte für das erste Buch zu schreiben hat ihr so viel Spaß gemacht, dass inzwischen das zweite Kinderbuch am Werden ist. „Das ist für meinen zweiten Enkelsohn Gregor.“ Für den Zweijährigen denkt sie sich Geschichten über Fred Frosch und seine Freunde aus. Was die so alles erleben werden, weiß sie noch nicht. „Das kommt erst beim Erzählen. Bis die Geschichten für ein ganzes Buch reichen, muss ich erst wohl noch ein bisschen Babysitten.“
Tim, der kleine Pinguin. Von Heide Böse, Illustrationen Heinz Siebolds.
Erschienen im Mai 2020 im Von Herzen Verlag. Vom Verkaufspreis (10 Euro) geht ein Euro an die Diabetes Helden Kiel e.V., den Förderverein für Kinder und Jugendliche mit Diabetes (Infos: www.diabetes-helden.info). Die Bücher sind erhältlich bei der Autorin, Tel. 0431-16 08 491, E-Mail heideboese-buecher@gmx.de, sowie in der Bücherinsel Heikendorf.

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