Innen – Aussen – ein Blick über Grenzen

Eine neue und ganz besondere Ausstellung wird am Freitag, den 28.August um 13:00 Uhr im Freya-Frahm-Haus eröffnet, die von 14 GEDOK-Künstlerinnen aus Schleswig-Holstein gestaltet wird.

Eigentlich war diese Ausstellung schon für den April geplant, aber dann kam Corona. Nun hat es also doch noch mit einem Termin für diese sehenswerte Ausstellung geklappt.

GEDOK ist der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden e. V., das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen und wurde 1926 als „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ in Hamburg von der Mäzenin Ida Dehmel (1870-1942) gegründet. Ihr Anliegen war die Förderung künstlerischer Talente von Frauen.

Heute besteht der Verband aus insgesamt 23 Regionalgruppen mit rund 3.000 Mitgliedern. Das wichtigstes Ziel ist es, so die 1. Vorsitzende Gabriele Pott der GEDOK in Schleswig-Holstein, die Werke und Leistungen der Künstlerinnen an die Öffentlichkeit zu bringen. Das geschieht durch verschiedene Ausstellungen, was im Moment aber fehlt sind z.B. kleine und individuelle Ausstellungen einiger Künstlerinnen z.B. in Arztpraxen, Cafés usw. Die Bandbreite der Künstlerinnen ist ja sehr groß und umfasst die Bereiche Bildende und angewandte Kunst / Art Design, Literatur, Musik und einiges mehr.

von li Cornelia Regelsberger, Gabriele Pott, Peggy Stahnke, MoMa Dotzer

Wer also einmal Interesse an einer kleinen Ausstellung in seinem Hause oder in einer Praxis hat, kann sich gerne mit der GEDOK Schleswig-Holstein eV in 23552 Lübeck, Holstenstraße 14-16 oder über die Homepage www.gedok-sh.de in Verbindung setzen.

Was erwartet die Besucher in dieser neuen Ausstellung? Eigentlich war die Ausstellung im April ja schon fertig konzipiert, bis Corona allen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Zeit also auch für die Künstlerinnen, ihre Arbeiten zum Thema „Innen – Aussen“ noch einmal zu überdenken. Was geschieht plötzlich außen? Wie geht es mir innen mit der neuen und völlig veränderten Situation? Plötzlich bekam der Titel der Ausstellung einen ganz aktuellen Bezug der sich auch in einigen Werken niederschlägt.

An der Ausstellung sind Künstlerinnen beteiligt, deren Alter sich von Anfang 30 bis 80 Jahre erstreckt. Normalerweise spielt das ja überhaupt keine Rolle, es ist aber sehr spannend, wie Jugend und Lebenserfahrung aufeinandertreffen. So hat sich die jüngste Künstlerin dieser Ausstellung, die Fotografin Peggy Stahnke, mit ihrer Serie „Marita – intime Portraits einer jungen Frau“, ganz behutsam und sehr einfühlsam dem Thema Brustkrebs angenommen. Was passiert innen und was passiert außen wenn die Diagnose Brustkrebs gestellt wird.

Fotografin Peggy Stahnke und ihre Fotoserie “Marita”

Die Künstlerin Monika-Maria (MoMa) Dotzer ist die jung gebliebene Seniorin der 14 Künstlerinnen. Auch sie veranschaulicht in einer Installation mit (Stoff)-Mäusen sehr anschaulich das Thema Innen – Aussen. Wer wird mehr Glück haben und überleben, die Maus im goldenen Käfig mit den Leckereien in der Mausefalle oder die Mäuse, die außen bleiben müssen? Das ist schon fast eine philosophische Frage über die man diskutieren kann.

Und so gibt es immer wieder spannende Dinge zu entdecken in dieser Ausstellung. Auf dem Dachboden liegt z.B. das 200 x 300 cm große Ölbild „Silent Disco“ von Barbara Engel, und dieses große Bild liegt deshalb auf dem Fußboden, weil es einfach zu groß war für die jetzige Ausstellung im Freya-Frahm-Haus. Aber durch den neuen Blickwinkel ergibt sich nun eine ganz andere Perspektive auf das Bild. Die lyrischen Tuschezeichnungen von Cornelia Regelsberger zeigen wiederum z.B. Turnübungen zur Grenz- und Blicköffnung oder die Serie Gefühlslagen, also auch wieder Innen – Aussen.

Innen – Aussen, eine ansdchauliche Installation von MoMa Dotzer

Ein anderer Eyecatcher sind die 3 Installationen von Ruth Bleakley-Thiessen. Sie hat drei Spiegel mit Strumpfhosen so eingerahmt, dass man sich einmal selber mit Nonnenhaube, Kopftuch oder Burka betrachten kann.

Und so erwartet die Besucher immer wieder Überraschendes, Spannendes und viele Dinge, über die man sich austauschen kann zu dem Thema „Innen – Aussen“. Mindestens zwei Künstlerinnen werden jeweils zu den Ausstellungszeiten anwesend sein. Beteiligt sind folgende GEDOK-Künstlerinnen: Maren Allermannn, Ruth Bleakley-Thiessen, Monika-Maria Dotzer, Barbara Engel, Christine Erasmi-Hoffmann, Karin Hilbers, Astrid Hübbe, Tina Kalähne, Cornelia Regelsberger, Rufina Schröter, Peggy Stahnke, Evelyn Steinmetz, Eva Stüben und Claudia Wilm.

Die Ausstellung beginnt am 28.August 2020 um 13 Uhr und endet am Sonntag 13. September 2020 um 18 Uhr. Geöffnet ist sie jeweils Freitag, Samstag und Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Ein Ausstellungskatalog mit Portraits der Künstlerinnen und Vorstellung ihrer Werke kann käuflich erworben werden.

Nicht zur Ausstellung direkt gehörend, aber zum Freya-Frahm-Haus passend, wurde jetzt neu im überdachten Teil des Balkons im 1. Stock eine kleine Dauerausstellung über das Leben von Freya-Frahm eingerichtet. Wer war Freya Frahm, wie hat sie ausgesehen und gelebt, darüber kann man sich jetzt einmal in Schrift und Bild informieren.

eine neue Dauerausstellung im 1.OG über das Leben von Freya Frahm

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