Künstlermuseum präsentiert Sonderausstellung

(rr) Es ist schon etwas ganz Besonderes, das Künstlermuseum Heikendorf – Kieler Förde. Zum 20. Jahrestag des Museums im Teichtor 9 in Heikendorf hat sich das Museumsteam etwas ganz Besonderes einfallen lassen.
Das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Heinrich-Blunck-Stiftung Dr. Hermann Marquort stellte in einem spannenden Rundgang die Sonderausstellung der Künstlerkolonie Tervuren im Künstlermuseum vor. Beeindruckend sind für den Betrachter nicht nur die Arbeiten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit seinen stilistischen Bahnen, sondern auch die Rahmen der einmaligen Motive. Die belgische Künstlerkolonie Tervuren, nahe Brüssel, gilt als eine der frühesten Künstlerkolonien überhaupt. Auffällig ist die „zunehmend in impressionistische Bahnen mündende Malweise der Schule Tervuren“. Das Museum zeigt noch bis zum 22. November 53 Gemälde von den bei uns wenig bekannten Künstlern. Die Museumsleiterin Sabine Behrens will am Donnerstag, 29. Oktober von 14 bis 17 Uhr mit den Kunstinteressierten ins Gespräch kommen. Zwei Führungen sind in der Plung. Am Sonntag 17. Oktober ab 15 Uhr und am Sonntag 8. November ab 12 Uhr ist die Kunst intensiv zu erleben. Eine Anmeldung bis einen Tag vorher ist unter der Tel. 0431 248093 notwendig. Das Blunck-Haus hat seine eigene Geschichte. Der Künstler Heinrich Blunck wurde am 30. April 1891 als Sohn des Steindruckers Otto Blunck in Kiel geboren, da war der künstlerische Lebensweg schon vorprogrammiert. Er begann schon früh mit einem Studium für Malerei in München, was er danach an der Kasseler Kunstakademie fortsetzte. Neben der Malerei hatte er sich sehr erfolgreich mit verschiedenen grafischen Techniken auseinandergesetzt. „Er wurde der Meisterschüler seines Lehrherrn Georg Burmeister“. 1923 hatte Heinrich Blunck Käte Thede geheiratet und zog mit ihr nach Heikendorf. Die Malschule von Burmester übernahm er und engagierte sich sehr stark für die Künste im nördlichsten Bundesland. 1963 ist er in seinem Atelier verstorben. Viele seiner Motive verraten seine Leidenschaft für die Natur. Motive von der Westküste von der Insel Alsen, im Gebirge, aber auch besonders Eindrücke aus der Probstei. Die typische Bebauung, die ländliche Umgebung in der damaligen Zeit waren sein Thema. „Dabei spielen die Jahreszeiten eine wesentliche Rolle für die Gestaltung: die Lichteinfälle und Schattenbildungen, die belaubten Baumkronen im Sommer und die kahlen Bäume in üppiger Schneelandschaft“.
Das Blunck-Haus wurde bereits 1865 als zweigeschossiges Wohnhaus von Maurermeister Schnoor erbaut. 1923 wurde das Gebäude an den Künstler Heinrich Blunck und seine Frau Käte verkauft. Viele Umbauten und Veränderungen hat es in all den Jahren gegeben. Das schleswig-holsteinische Landesamt für Denkmalspflege hat das Haus 1997 als Kulturdenkmal bewertet und unter Denkmalsschutz gestellt.
Die Eröffnung des Künstlermuseums – Kieler Förde erfolgte am 24. September 2000, über die sehr erfolgreichen vergangenen 20 Jahre dürfen sich nicht nur die Heikendorfer besonders freuen.

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