Laboer Schulkinder wieder auf großem Törn

Auch in diesem Jahr hieß es wieder „Leinen los“ für die beiden Törns der 4.-Klässler der Grundschule Laboe auf dem alten Frachtensegler „de Albertha“.  Die „de Albertha“ lief 1891 in der Nähe von Groningen/Holland vom Stapel und gehörte von der Bauart her zu den damals typischen Groninger Tjalken mit Stahlrumpf. Im Laufe der Jahre wurde die „de Albertha“ mehrfach umgebaut, einen Motor bekam sie erst so gegen 1920.

Nach dem 2. Weltkrieg war aber die Zeit der Lastensegler vorbei und das Schiff rottete vor sich hin. 1975 wurde es wiederentdeckt und erstmals zum Gruppen-Charterschiff umgebaut. Weitere große Umbauten gab es 2007 und 2016, heute erfüllt das Schiff selbstverständlich alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen.

2 Törns sind ja auch in diesem Jahr wieder vorgesehen, viele Eltern und Schulleiterin Claudia Telli waren im Hafen erschienen, um die 19 Kinder von Törn 1 zu verabschieden. Wobei die Eltern wahrscheinlich aufgeregter waren als die Kids. Das Wetter war immer noch nicht doll, Nieselregen, Gewitter, also eher nicht so das Karibik-Feeling. Aber den alten Werbeslogan, der für die Deutsche Bahn schon lange nicht mehr gilt, hat nun Skipper Dick und seine Crew übernommen: „Wir fahren immer“.

Mitglieder des Vereins Ole Schippn gehen ja immer mit auf Törn, um die Schulkinder an Bord zu betreuen. Takelmeister Detlef Bahr und Jugendwartin und Ehefrau Anke Bahr gehören sozusagen schon zum Stammteam, ebenso wie Claudia Voss oder Andrea Werner und einige andere.

In diesem Jahr wurden die beiden Törns mit den Schulkindern u.a. auch von der BINGO! Umweltlotterie gesponsert

In diesem Jahr stehen die beiden Törns aber unter einem ganz besonderen Motto. Und der lautet: „Weniger Müll – mehr Meer“. Die Umweltlotterie BINGO!-Schleswig-Holstein hat den Verein in diesem Jahr erstmals mit einem größeren Betrag unterstützt, und so können auch Laboer Kinder etwas dazu beitragen, sich in Anlehnung an das weltweite Projekt „Coastal Cleanup“ zu beteiligen.

Hier geht es in erster Linie darum, auf die Vermüllung der Meere durch Kunststoffe aufmerksam zu machen und deren unbekümmerter Entsorgung Einhalt zu gebieten. Im Unterricht wurde dieses Problem ausgiebig behandelt und das fängt ja zunächst einmal mit der Frage an – Müll, wie entsteht er, wie kann man ihn entsorgen und ganz wichtig, wie kann man ihn vermeiden?

Nach der Theorie beginnt es dann mit der praktischen Arbeit an Bord. Dazu hat die Grundschule für dieses Projekt Sammeleimer, Müllgreifer, Waage, Einmalhandschuhe zur Verfügung gestellt.

Ferner wurde im Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern eine Sortierplane entworfen, die in entsprechende Kategorien eingeteilt ist wie z.B. Plastik oder Glas.

An den Stränden der Zielhäfen werden die Betreuer abschnittsweise gemeinsam mit den Kindern den dort vorhandenen Müll aufsammeln. Auf gefährliche Fundstücke (Glasscherben, Spritzen o.ä.) sollen die Kinder die Betreuer nur hinweisen, diese sammeln solche Gegenstände dann selbst ein.

Alle Mann an Bord

Die Funde werden dann entsprechend der Sortierplane katalogisiert, gezählt oder gewogen und auf einer Sortierliste eingetragen. Im Anschluss wird dann natürlich der Müll fachgerecht entsorgt.

Zurück in der Schule werden die Erfassungsbögen dann im Heimat- und Sachkundeunterricht noch einmal nachbearbeitet.

Es wird also auch in diesem Jahr nicht langweilig für die Kids an Bord und 3 Tage ohne Smartphone hat bislang auch jedes Kind überlebt, die sprechen nun alle persönlich miteinander. Und die Kameradschaft an Bord, wo jeder seine feste Aufgabe hat, wo sich jeder auf den anderen verlassen muss, schweißt die Kinder zusammen. Aber natürlich kommen auch Freizeit und Spaß nicht zu kurz, statt irgendwelchen Teeny-Popstars zu lauschen wird an Bord selber gesungen. Claudia Voss vom Shantychor Ole Schippn hat ihre Gitarre stets dabei.

Genau diese Mischung ist es, die bei den Laboer Schulkindern Jahr für Jahr bleibende Eindrücke hinterlässt. Und das waren bislang immerhin schon über 550 Schülerinnen und Schüler, die dank dem Verein Ole Schippn im Laufe der letzten 18 Jahre diese wundervolle Erfahrung sammeln konnten. Und nun sind die Kids aktuell und laut AIS also auf See Richtung Kappeln/Maasholm unterwegs. Gute Reise.