Neue Orgel für die Friedhofskapelle in Laboe

Große Freude herrscht zurzeit bei der Anker-Gottes-Kirchengemeinde in Laboe. Denn am 01. Dezember tritt Daniel Kühl als neuer Seelsorger sein Amt in der Gemeinde an und in der Friedhofskapelle konnte in dieser Woche eine neue Orgel aufgestellt werden.

Das heißt, neu ist die Orgel in der Friedhofskapelle nur an ihrem Standort, das Instrument selber ist knapp 90 Jahre alt und wurde seinerzeit in den Orgelbauwerkstätten der Firma Kemper in Bartenstein/Ostpreußen erbaut. Es handelt sich um eine sogenannte Schrankorgel, die man früher – entsprechende Räumlichkeiten vorausgesetzt – durchaus zu Hause bespielte. Insgesamt 486 Orgelpfeifen, 7 Register und Pedal sind in diesem „Schrank“ untergebracht.

Kantor Eckhard Broxtermann und Orgelbauerin Anne Dabringhaus vor der Kemper-Orgel

Aber wie kommt nun die Kirchengemeinde an so eine Orgel? Die Kemper-Orgel gehörte einst dem Kirchenmusiker, Kantor, Musikwissenschaftler und Orgelsachverständigen Dr. Joachim Walter. Der Laboer Kantor Eckhard Broxtermann und Dr. Joachim Walter kannten sich aus Studienzeiten, Dr. Walter war zunächst in Lübeck tätig, arbeitete dann in den Jahren von 2005 bis 2013 als Kantor in Preetz und bis zu seinem Tode 2015 war er als Kirchenmusiker in der Friedenskirche in Potsdam-Sanssouci tätig.

Seine Hausorgel stand aber immer noch in Preetz, der Lebensgefährte von Dr. Walter, Herr Matthias Schütz, schenkte nun der Kirchengemeinde dieses schöne Instrument, wo es hoffentlich noch viele Jahre seinen Dienst versehen wird. Die musikalischen Wünsche der Hinterbliebenen haben sich im Laufe der letzten Jahre erweitert, so Eckhard Broxtermann, mit der neuen Orgel kann man diesem Wunsche nun wesentlich besser entsprechen.

Wobei es nun noch galt, das Transportproblem von Preetz nach Laboe zu lösen. Auch wenn es sich „nur“ um eine Schrankorgel handelt, für Orgelbauer also eine Kleinorgel, lässt sie sich eben nicht einfach wie ein Schrank transportieren. Alle Orgelpfeifen müssen entfernt und die Orgel transportsicher gemacht werden. Vor Ort heißt es dann, die Orgel an ihrem neuen Standort einzurichten, sprich komplett zu reinigen, die Orgelpfeifen zu überprüfen, evtl. zu reparieren oder auszutauschen. Das Gebläse muss entsprechend justiert werden und die Akustik an den neuen Standort angepasst werden.

Diese Arbeiten hat die Orgelbaufirma Paschen aus Kiel übernommen. Gut 10 Tage braucht Orgelbaugesellin Anne Dabringhaus für diese Arbeiten, wie sie erläuterte. Übrigens ein sehr interessanter Beruf, denn als Orgelbauer/-in muss man sich mit Holz- Metall- und Kunststoffbearbeitung auskennen, Physik- und Mechanik-Kenntnisse für die Gebläse und Windverteilung sowie Raumakustik sind notwendig, die Ästhetik einer Orgel spielt eine große Rolle und das musikalische Gehör für die Stimmarbeiten muss gut entwickelt sein. Ergänzt wird das alles durch handwerkliches Geschick und Geduld, denn auch in Großen Orgeln geht es manchmal recht eng zu.

Am gestrigen Donnerstag konnte Eckhard Broxtermann der Kemper-Orgel schon einmal die ersten Klänge entlocken und der Unterschied zu der früheren Truhenorgel ist schon gewaltig. Raumfüllend, die tieferen Töne kommen nun ganz anders zur Geltung.

Am Sonntag, den 26. November 2017 um 15:00 Uhr wird die Orgel in der Friedhofskapelle feierlich eingeweiht und alle Laboer und Gäste sind ganz herzlich eingeladen, hieran teilzunehmen.