Rück- und Einblicke während des Neujahrsempfang

Heikendorf (nn) Volles Haus herrschte am Sonntag, 14. Januar, im Saal des Rathauses: Denn den Neujahrsempfang 2018 der Gemeinde Heikendorf wollten sich über 120 Bürger aus Heikendorf und den Nachbarorten, Ehrenamtliche und Mitglieder der zahlreichen Vereine nicht entgehen lassen. Sie erlebten einen Rück- und Ausblick der besonderen Art.

Nach den Grußworten von Landrätin Stephanie Ladwig, dem Landtagsabgeordneten Werner Kalinka und dem Amtsdirektor Ulrich Hehenkamp, der seine Rede mit einen kuriosen Zitat aus dem Einkommenssteuergesetz begann, blickte Bürgermeister Alexander Orth in seiner Neujahrsansprache nicht nur auf das vergangene Jahr zurück. Er schlug einen große Bogen von 2013 bis in dieses Jahr, in dem seine fünfjährige Wahlperiode als Bürgermeister endet. »Es war eine Menge Arbeit, die wir geleistet haben«, resümierte Orth und lobte dabei ausdrücklich alle Gemeindevertreter, die Verwaltung, die Bürger und alle anderen Mitgestalter und Mitwirkenden. »Wir haben all das nur geschafft, weil wir gemeinsam angepackt haben.« All das, das ist zum einem der Ausbau der Kitas in der Gemeinde, der 2019 mit dem Neubau für vier Gruppen im Kleingartengelände weitergeht. Kostenpunkt dafür: circa 3,6 Millionen Euro. »Insgesamt haben wir in sechs Jahren Platz für 50 Krippenkinder und 58 Kinder über drei Jahren geschaffen«, erklärte Orth. Das ist allerdings mit gestiegenen Kosten verbunden: Gute 500.000 Euro haben »die lieben Kleinen« die Gemeinde im Jahr 2013 gekostet, 2018 sind es 1,2 Millionen Euro. Mit den Gruppen im Neubau wird die Summe auf 1,6 Millionen Euro steigen. Aber auch die Eltern kamen nicht ungeschoren davon: Um 30 Prozent sind die Kitagebühren seit 2013 gestiegen.

Der rund 14 Millionen teure Schulneubau ist ein weiterer Erfolg der gemeinsamen Arbeit. »2013 standen wir noch ganz am Anfang, nächste Woche wird Richtfest gefeiert und im Dezember wird die neue Grund- und Gemeinschaftsschule übergeben werden.« Der Abriss der alten Schule soll demnächst erfolgen. Ebenfalls ein Erfolg sei die Fertigstellung des Flächennutzungsplans in 2013 für die Gemeinde, dank dessen jetzt das Neubaugebiet Poppenbarg für 300 bis 350 Bewohner realisiert wird. Die Nachfrage für die durchaus hochpreisigen Grundstücke war immens hoch, erklärte der Bürgermeister, der dringend rät, künftig über bezahlbaren Wohnraum nachzudenken, um auch junge, nicht so betuchte Familien in Heikendorf zu halten. Denn der »Nachwuchs« werde gebraucht: Derzeit kommen auf einen 30-Jährigen vier 75-Jährige, zwei 80-Jährige und ein 85-Jähriger. Eben weil im Ort viele ältere Bürger wohnen, war es 2013 »ein ordentlicher Schock«, als das Senioren- und Pflegeheim am Langen Rehm schloss. Zwei Jahre habe man gesucht, nun wird ein Ersatz kommen. 2015 angestoßen wurde auch die Debatte um die Umgestaltung der Ortsmitte. Die Ausschreibungen hierfür sollen noch vor der Wahl erfolgen. Es gab noch etliche erfolgreiche Punkte mehr – wie die Erweiterung des Hauses der Sicherheit, die Umgestaltung der Promenade, das Kiek Ut sowie Tourismus oder Straßenausbau – die der Bürgermeister ansprach. Ein ganz wichtiger Punkt aber war ihm das Thema Ehrenamt. Der freiwillige Einsatz der Heikendorfer in allen Bereichen, ob Feuerwehr oder Gilde, sei nicht hoch genug zu loben. Was es alles an Möglichkeiten gibt, sich zu engagieren, wird sich am 24. Februar zeigen, wenn in der Mehrzweckhalle von 11 bis 17 Uhr Heikendorfs erste Ehrenamtsmesse stattfindet.

Ehrenamtlich engagieren sich auch Dorothea Poser (für die ev. Kirchengemeinde im Rahmen der Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Roja in Lettland) und Dieter Sand (bis Ende 2016 stellvertretender Schiedsmann sowie Auftritte bei der Speeldeel und im Shantychor). Sand wurde von Orth für seinen Einsatz geehrt, Dorothea Poser fehlte beim Empfang und wird zu einem anderen Zeitpunkt ausgezeichnet. Einen Dank gab es zudem für die langjährigen Wahlhelfer. Geehrt wurde auch Prof. Dr. Karin Lochte, die unter anderem als Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in vorbildlicher Weise die nationalen und internationalen Forschungen zum Klimawandel und Umweltschutz in den Polarregionen und der Nordsee geprägt hat.