Schlag auf Schlag

Werfen wir mal einen Blick zurück auf den vergangenen Freitag und da hat eine Veranstaltung einen ganz gewaltigen Eindruck bei mir hinterlassen und es ist gar nicht so einfach, das Gehörte jetzt in Worte zu kleiden. Und zwar war es das Konzert „Schlag auf Schlag“ im Rahmen des Orgelsommers 2016 am Freitagabend.

Eine Kirchenorgel in Verbindung mit einem Schlagzeug? Was mag dabei herauskommen? Wie klingt das? Nun, Thomas Greif an der Orgel und Daniel Piccon am Schlagzeug bewiesen sehr eindrucksvoll wie das klingt und sie sorgten mit ihren Darbietungen dafür, dass sich bei allen Zuhörern in der Anker-Gottes-Kirche ganz schnell ein wohliges Gänsehautfeeling einstellte.

2016-08-05 008 -Orgel und Schlagzeug (Large)
Daniel Piccon Schlagzeug und Thomas Greif an der Orgel

Vielleicht noch etwas zu den beiden Künstlern. Daniel Piccon studierte klassisches Schlagwerk und Jazzvibraphon an der Hochschule für Musik in Nürnberg. Er ist  Mitglied der Global Shtetl Band  und im Funk-/Soul Projekt Friedland.

Thomas Greif war Gaststudent an den Hochschulen für Musik in Nürnberg und Bayreuth. Er ist seit 2010 Organist an der Philippuskirche in Rummelsberg und gastiert mit einer Vorliebe für kuriose und selten gespielte Stücke in Konzerten im In- und Ausland, zuletzt in Orimattila/Finnland sowie in Debrecen und Budapest. Seit rund 7 Jahren treten die beiden Künstler auch gemeinsam auf.

Als die beiden Künstler dann mit ihrem Intro auf der Orgelempore begannen, konnte man dann förmlich diesen in einer Kirche völlig ungewohnten Sound durch die hervorragende Akustik in einem Kirchenraum bis in alle Fasern des Körpers spüren. Ich hatte mir das vorher so vorgestellt, dass es in etwa so klingen würde, als wenn ein Künstler auf einem Keyboard ein elektronisches Schlagzeug dazu schaltet, da ist ja heute auch schon so einiges möglich.

Aber das war es dann ganz und gar nicht. Denn Daniel Piccon beherrschte sein Schlagzeug absolut perfekt, ob als leise Untermalung zu den Klängen der Orgel bis hin zu eindrucksvollen Soli, es war einfach ein völlig neues Klangerlebnis bei völlig unterschiedlichen Musikstücken. Neben Sakralmusik konnten sich die Zuhörer zum Beispiel an einem Rondo alla Celtica erfreuen, es gab Mozartvariationen, auf parodistischen Abwegen nannten die beiden Künstler ihren „March past Carmen“ und es gab auch jazzverwandte Choralbearbeitungen zu hören.

Es war wieder einmal ein wundervoller Abend, Dank nicht nur an die beiden ganz hervorragenden Künstler sondern auch an Eckhard Broxtermann, dem es jedes Jahr immer wieder gelingt, für den Orgelsommer ganz außergewöhnliche Künstler und Veranstaltungen nach Laboe zu holen.