Seenotretter aus 8 Ländern zu Gast in Laboe

8 Seenotretter/-innen aus Kanada, Irland, Griechenland, Norwegen, Frankreich, Schweden, England und Estland waren Donnerstag und Freitag zu Gast in Laboe, um mehrere gemeinsame Rettungsübungen zu absolvieren. Internationale Zusammenarbeit ist sehr wichtig, denn die DGzRS war neben den mehr als 2.000 Einsätzen in Deutschland im Jahre 2016 auch 231 Mal bei Seenotfällen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig.

8 Seenotretter/-innen aus 8 verschiedenen Ländern zu Gast in Laboe

Zeitgleich befinden sich übrigens derzeit  7 Seenotretter der DGzRS in Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark, England, Island und Portugal im einwöchigen Training.

Nach einem Simulator-Training in Bremen haben die Seenotretter auch in der DGzRS-Ausbildungsstation in Neustadt in Holstein verschiedene Trainingseinheiten absolviert. Dazu gehörten z.B. Brandabwehr, Leckabwehr und medizinische Evakuierung.

Initiiert wurde das Crew-Exchange-Programm 2012 von der International Maritime Rescue Federation (IMRF), dem internationalen Zusammenschluss der Seenotrettungsdienste. Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen findet es seitdem jährlich statt. Die Trainingswoche wird ebenfalls von der Europäischen Union gefördert. Die IMRF hat konsultativen Status bei den Vereinten Nationen.

Seit Donnerstag waren die Seenotretter aus 8 Ländern in Laboe zu Gast, hier wurde die Theorie und Arbeitsweise der DGzRS dann in die Praxis umgesetzt. So wurden vor dem „Stoller Grund“ Personen geborgen, mit dabei waren verschiedene Zollboote und das Rettungsboot „Walter Rose“. Zum Abschluss des einwöchigen gemeinsamen Trainingsprogramms mussten die Seenotretter am Freitag noch einmal zeigen was sie gelernt hatten.

Acht in der Ostsee treibende Schiffbrüchige mussten gesucht, gefunden und gerettet werden, so der Einsatzbefehl. Die im Meer treibenden und zum Glück mit Überlebensanzügen und somit auch mit Notfallsendern ausgestatteten Schiffbrüchigen sollten per SAR-Hubschrauber gerettet und an Bord des Seenotkreuzers BERLIN verbracht werden, wo sie ärztlich versorgt werden konnten.

Rettung Schiffbrüchiger auf See mit SAR Hubschrauber

8 Schiffbrüchige in der 15 Grad kalten Ostsee, wo treibt man die so schnell für eine Übung auf? Aber was für ein Zufall, dass sich gerade 8 internationale Seenotretter an Bord der BERLIN befanden, die mussten also nur noch über Bord gehen. Und während die ersten 4 Menschen im Wasser trieben, tauchte auch schon der SAR Rettungshubschrauber aus der Nebelbank auf. Vormann Holger Budig und seine Crew standen dabei laufend im Funkkontakt mit dem Hubschrauber, der die Schiffbrüchigen dann einzeln mit dem Rettungskorb aus dem Wasser und in den Hubschrauber hievten.

Nun mussten die Geretteten allerdings ja wieder zurück an Bord der BERLIN, das passierte dann aber ohne Rettungskorb, sondern sie wurden einfach abgeseilt. Das bedeutete aber auch, dass der große Hubschrauber extrem dicht über der BERLIN in Position gehen musste, um die Menschen punktgenau auf dem Deck absetzen zu können und auch Vormann Holger Budig musste die BERLIN stets in der richtigen Position halten.

Dabei wurde es natürlich recht laut, feucht und vor allen Dingen recht windig an Deck. Die „Geretteten“ strahlten aber alle glücklich, als sie wieder so halbwegs festen Boden unter den Füßen hatten.

Hier war es jetzt nur Training, aber im Ernstfall muss das alles sitzen, man stelle sich solche Situation mal bei Seegang, Nebel oder Dunkelheit vor. Und nachdem alle wieder fröhlich an Bord der BERLIN waren, ging es dann zurück nach Laboe.

Es war ein beeindruckender Einsatz und die 8 Kollegen/-innen der Seenotretter können sicherlich viele Erlebnisse und Eindrücke mit nach Hause nehmen. Denn im Ernstfall – man denke mal an ein Unglück mit einer Fähre oder einem Kreuzfahrtschiff – sind die Seenotretter zur Stelle und wenn mehrere Länder an so einem Einsatz beteiligt sind, muss die Zusammenarbeit klappen.

der SAR Hubschrauber über dem Seenotkreuzer BERLIN

Daher sind solche Übungen sehr wichtig, auch wenn die Organisation solcher Manöver, so Projektleiter Stephan Prahl von der DGzRS, nicht die einfachsten sind, da je nach Land die Seenotretter entweder staatlich, halbstaatlich oder privat organisiert sind und die muss man erst einmal alle unter einen Hut kriegen. Politik interessiert die Seenotretter aber eher weniger, ihnen allen gemeinsam ist, dass sie bei jedem Wetter raus fahren, um andere Menschen aus Seenot zu retten.

Daher wünschen wir den Seenotrettern in aller Welt auch weiterhin viel Erfolg bei ihrer schwierigen und manchmal sogar lebensgefährlichen Arbeit auf See.

Weitere Fotos von der Übung am 29.09.2017 gibt es HIER