Susanne Juhnke: Gepfändet

Verarmt die Witwe des Entertainers?

<Berlin> (cat). Wie entwürdigend: Susanne Juhnke hatte Besuch vom Gerichtsvollzieher. Er pfändete den Schmuck, den die Witwe einst von ihrem berühmten Ehemann Harald Juhnke († 75) geschenkt bekam. Darunter zwei Ketten, ein Collier, eine Brosche, alles von Chanel – die Geschmeide wurden kurzerhand auf der Internetseite „Justiz-Auktion“ verkauft, wie „Bunte“ berichtete. Nach Jahren der Trauer vermisst die 75-Jährige ihren Harald noch immer: „Auch wenn mein Mann schon vor 14 Jahren von uns gegangen ist, denke ich oft an ihn. In meinen Erinnerungen lebt er für mich weiter.“ An dem Tag im Juni letzten Jahres, wo der Entertainer 90 geworden wäre, legte Susanne wie immer einen Strauß roter Rosen auf sein Grab. „Mit roten Rosen fing ja auch unsere Liebe an. Das Grab ist ein Gedenkort für mich, an dem ich Zwiesprache mit meinem Mann halte“, erklärte die gebürtige Berlinerin. Dass seine Liebste verarmt, hätte das Allroundtalent, das einst große Shows wie „Musik ist Trumpf“ moderierte und in Sketchparaden wie „Ein verrücktes Paar“, Serien wie „Drei Damen vom Grill“ brillierte, sicher nicht gewollt. Schändlich auch, dass viele angekündigten Projekte zum 90. der TV-Legende nicht stattfanden. Ein Harald-Juhnke-Konzert sollte es in der „Berliner Universität der Künste“ geben, einen großen Zweiteiler über sein Leben im Fernsehen. Und ein Musical über den Entertainer war ebenfalls geplant. Und zwar in der Stadt, die er verkörperte wie kein Anderer – in Berlin. Das Konzert wurde abgesagt, weil sich nicht genug Karten verkauften. Der Fernsehfilm, der zwischendurch schon auf den Herbst des Jahres verschoben wurde, kommt jetzt wohl erst Ende 2020. Offenbar sei die Finanzierung noch nicht geklärt – bei dem Projekt sitzen Oliver Berben und die ARD mit im Boot. Und auch das Musical soll, so Peter Wolf, der bis zu Juhnkes Tod 2005 dessen Manager war, erst nach dem Film in Angriff genommen werden: „Eins nach dem anderen“. Einst war Harald Juhnke einer der ganz wenigen großen Stars der Bundesrepublik, ein beliebter Schauspieler und Komiker. Aber auch ein Lebemann, der mit seinen Eskapaden für Schlagzeilen sorgte und auf deprimierende Weise das Klischee vom sensiblen Künstler erfüllte, der sich nach der Show leer fühlt und trinkt. Zu Lebzeiten versuchte Juhnke, mit Sprüchen seine Sucht zu vertuschen, machte Werbung für Milchgetränke. In der heutigen Zeit wäre er nicht mehr salonfähig und gerät daher immer mehr in Vergessenheit.

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