Thing Tag – »Löögen sünd Trump(f)«

Schönberg (rr)  Seit 1991 wird in Schönberg regelmäßig der Thing-Tag auf dem Gelände des Probstei Museums gefeiert und unter der großen alten Eiche wie in vergangenen Tagen Gericht gehalten. Historische Ereignisse werden durch die AWO Theatergruppe »Lampenfewer« wieder eindrucksvoll lebendig. Bei der Aufführung in plattdeutscher Sprache kam auch der Humor nicht zu kurz kommt, was die Gäste oft mit spontanem Applaus belohnten. »Löögen sünd Trump(f)«, war der diesjährige aktuelle Titel, der die Gedanken ein wenig in Richtung Amerika wandern lässt.

Ehekrise, Diebstahlsvorwürfe waren das Thema, welches das Ding-Gericht zu behandeln hatte. Das Gericht, vertreten durch den Affinder, Ingo Lage, Vörspraaken, Melanie Jansen, und Dingvogt, Ulrich Lage, stand vor der schweren Frage, ob und wie sich diese Geschichte wirklich zugetragen hat. Über all dem thronte der Probst, gespielt von Rüdiger Boll. Für die ordentliche Niederschrift des Protokolls sorgte der Klostervogt, Kevin Huhs. Tooseggersch war wie in all den Jahren Lisa Mateoschat.  Die junge Antje Hansen, gespielt von Sophie Schlünsen, wird zur Arbeit auf den Hof des Bauernehepaares Hinrich Klindt, dargestellt von Matthias Nothmann, und Beek, Sophie Petersen, geschickt. Bauer Hinrich hegt für die Lüttdeern aber nicht nur platonische Gefühle, während es in der eigenen Ehe kriselt. Die eigenen Söhne sind an den Pocken verstorben.

Ein erzwungener Beischlaf hat Folgen und der Bauer wehrt sich mit Diebstahlsvorwürfen und jagt Antje aus der Stellung auf dem Hof. Das lässt sich die junge Frau nicht gefallen und der Klostervogt wird eingeschaltet, Es kommt zur Verhandlung im Schatten der Eiche.
Da Hinrich aber nur auf dem Hof einheiraten durfte, hat seine Frau Beck das Sagen und die Hand auf dem Geldbeutel, das war für alle hautnah zu erleben. Doch Hinrich prahlt, dass er alles machen könne, wenn er Bauer ist und signalisiert angetrunken dem Gericht seine Macht über Frauen. Das sieht Beck jedoch ganz anders.  Immer wieder kommt es zu turbulenten Szenen, in denen alle ihre besondere Leidenschaft für die Schauspielerei demonstrieren konnten. Auch wer der plattdeutschen Sprache nicht mächtig war, hatte keine Mühe die Geschehnisse zu verfolgen. Die Probsteier Tanz- und Trachtengruppe unter der Leitung von Christian Lantau zeigte in der großen Pause wieder verschiedene alte Volkstänze, umringt von interessierten Zuschauern.

Im Backhaus war auch viel los, Eckhard Bulbeck und sei Team hatte wie immer das Backen von Broten übernommen. Das kleine Marktgeschehen am Rande kam gut an. Museumsleiterin Renate Sommerfeld war sehr zufrieden mit der großen Resonanz, die der neue Fall gefunden hatte. Schönbergs neuer Bürgermeister Peter Kokoschinski und die Veranstalter gaben zum Schluss noch für alle Mitwirkenden ein Bier aus. Schon heute freut man sich, was im nächsten Jahr beim Dingdag 2018 auf dem Programm steht..