Viel Pulverdampf beim Westernfest

Schönberger Strand (rr) Das Westernfest auf dem nostalgischen  »Präriebahnhof« am Schönberger Strand stand wieder im Mittelpunkt für die Westernfreunde, aber auch für viele Urlauber und Gäste.

Highlights waren natürlich die Westernfahrten mit dem dazugehörigen Kanonendonner.  Bereits am Freitagabend startete ein Western-Nachtzug und beim Sonnenuntergang gab es dann natürlich den ersten Zugüberfall an  der alten Bahnstation Stakendorf. Die Museumsbahner hielten die entsprechenden Fahrkarten bereit. Drei weitere Erlebnisfahrten wurden dann am Sonnabend veranstaltet. Die Effekte von Pulverdampf und Kanonendonner gehören immer dazu und bleiben vielen Gäste lange in Erinnerung. Die »Schmauchbrüder« aus Linau bei Hamburg waren wieder dabei. Die Westernfreunde aus Lübeck hatten die Überfälle auf den nostalgischen Zug vorbereitet und die notwendigen Zündungen angebracht. Viele der Kids hatten sich bei der Erlebnisfahrt mit einem Colt bewaffnet, galt es doch wieder den Zug gemeinsam mit dem »20th Regiment Maine Volunteer In fantry«  erfolgreich zu verteidigen. Ein »Black Pael« Hinterlader Feldkanone aus dem Jahre 1882 stoppte die Züge.

Conny und Axel Groth organisieren gemeinsam mit der Ostseegemeinde seit 17 Jahren das traditionelle Westernfest. Sie waren mit der Resonanz des Westernfestes durchaus zufrieden, doch einiges sollte man in Zukunft neu durchdenken. Es fehlte an attraktiven Flächen auf dem Gelände, denn gerade die Hobbyisten sollten mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Da sind die Verkaufsstände eigentlich nur Beiwerk. Etwa 100 Trapper, Indianer, Siedler und Nord- und Südstaatler waren angereist, um nicht nur dem »schönsten Hobby der Welt« nachzugehen, sondern auch direkt hinterm Deich ein wenig Seeluft zu schnuppern. Ebenso viele Hobbyisten kamen als Tagesgäste an den Bahnhof. Etwa 30 Weißzelte waren aufgebaut worden, alle sind dann immer für das wechselhafte Wetter gut gerüstet. Eindrucksvoll wurde demonstriert, wie man im 18. und 19. Jahrhundert in den Staaten gelebt hat, denn alle lassen sich gerne von den Besuchern in die Zelte blicken und in Gespräche verwickeln. Auch zahlreiche Westernhändler  verbringen einige Tage an der Ostsee, unterm Cowboyhut  kennt man sich und versteht sich. Neu im Programm war ein Postkutschen-Trail. Der nostalgische Trip in die Zeiten des verwegenen Westernlebens wurde von einer alten originalen Postkutsche begleitet, die die Gäste vom »Prärie-Bahnhof« zum Überfallort brachte und alle das Ereignis aus einer besonderen Perspektive erleben ließ.

Ein umfangreiches Western-Musikprogramm wurde geboten. »Go for CASH«, »Biggs B Sonic«, Carol-Anne Linow, »Nervin« oder einer der bekanntesten Countrybands in Deutschland »Stow Horses« erfreuten die Gäste. Den Sonntagmorgen Frühschoppen gestaltete »Boxcar Country« aus Kiel. Bastelangebote gab es am Sonntag für die kleinen Indianer und Inga Lotter las spannende Indianergeschichten. Auch die nostalgischen Straßenbahnen drehten ihre Runden. Line Dance Gruppen aus Kiel begeisterte die Gäste an der Bühne mit ihren Western-Schrittfolgen. Ein Line-Dance Workshop stand an zwei Tagen im Programm. Da ist immer wieder sehr viel Spontanität gefragt und den Tänzern merkte man ihre Leidenschaft durchaus an. Bei der speziellen Tanzform tanzen alle, ob Männer oder Frauen, in Linien vor- und nebeneinander. Der Beifall war allen gewiss.