Werde Seenotretter für 1 Tag……

…. unter diesem Motto stand auch in diesem Jahr wieder Aktion der DGzRS, um einem der vielen Fans einmal ein Seenotretter-Training und einen 24 Stunden-Aufenthalt auf einem Seenotkreuzer zu ermöglichen.  In diesem Jahr hat die 39-jährige Frauke Wengerowski aus Hamburg als erste Frau unter rund 300 Mitbewerbern den DGzRS-Wettbewerb „Werde Seenotretter für einen Tag“ gewonnen.

Und das begann damit, dass die studierte Kommunikationswirtin und Ausdauersportlerin mit 445 Punkten auf Platz 1 bei der Bewerbung im Internet kam. Wer die Hürde erreicht hat ist aber trotzdem noch nicht am Ziel, denn unter den 10 bestplatzierten Bewerber/-innen mit den meisten Stimmen entscheidet dann laut Wettbewerbsbedingungen das Los.

2017-08-27 137 - Seenotretter für 1 Tag (Large)
Seenotretterin für einen Tag – Frauke Wengerowski an Bord des SK BERLIN

Wie Frauke Wengerowski an Bord des Seenotkreuzers BERLIN erzählte, betreibt sie selber kein Wassersport, aber sie stammt aus einer Seefahrerfamilie, sie ist in Wilhelmshaven aufgewachsen, ihr Vater war Seemann auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ und Urlaub wird nur an der Küste gemacht, wo sonst? Immer verbunden mit einem Besuch bei einer Seenotretterstation. Denn wo die Küste ist, da sind auch die Seenotretter und so reifte in ihr der Wunsch, selber einmal aktiv mit dabei zu sein, um die DGzRS auch aktiv zu unterstützen.

Aber bevor Frauke nun 24 Stunden auf der BERLIN verbringen durfte, musste sie am Sonnabend zunächst einmal das äußerst harte Training in dem OffTEC Zentrum in Enge-Sande absolvieren. Dort kann alles simuliert werden was wichtig ist für das Helfen und Überleben der Retter auf See. Nebel, Sturm, meterhohe Wellen auch bei völliger Dunkelheit, eine umgestürzte Rettungsinsel musste im Wasser bei Wellengang aufgerichtet werden, eine körperlich gewaltige Anstrengung, so Frauke Wengerowski. Aber sie hat alles geschafft und konnte dann am Samstagabend ihren 24-stündigen Dienst auf der BERLIN antreten.

Sonntagmorgen ging es dann hinaus auf die Ostsee, Seenotrettungen im Simulator zu üben und zu trainieren ist ja eine Geschichte, aber wie sieht das in der Praxis aus? Und so musste Frauke im Überlebungsanzug über Bord gehen, während die BERLIN sich schnell entfernte. Und da trieb sie dann mitten in der Ostsee, ganz alleine. So fühlt es sich also an, wenn man im Meer treibt und nur Wasser und den Himmel sieht. Sehr lang sei ihr die Zeit erschienen, so Frauke, bis sie von Tochterboot Steppke „gerettet“ wurde und wieder glücklich zurück an Bord der BERLIN war. Nun ja, ehrlich gesagt haben wir mit der BERLIN noch ein paar Runden gedreht und auch Tochterboot Steppke hat sich erst noch ein bisschen warm gefahren, im Ernstfall geht das natürlich alles wesentlich schneller.

Aber, so Frauke, dieser Einsatz hat ihren Respekt vor der Arbeit der Seenotretter noch weiter vergrößert. Und nachdem sie die BERLIN an der Mole fachmännisch vertäut hatte, musste sie am Nachmittag noch zu einem echten Einsatz vor Laboe ausrücken, um ein Segelboot mit Motorschaden in den Hafen zu schleppen.

„Werde Seenotretter für einen Tag“ – auch in diesem Jahr hat diese Aktion wieder gezeigt, wie groß das Interesse an der Arbeit der DGzRS in der Bevölkerung ist. Wer noch weitere Fotos von der Fahrt mit dem Seenotkreuzer BERLIN am Sonntag anschauen möchte klickt HIER.

2017-08-27 186 - Seenotretter für 1 Tag (Large)
Tochterboot Steppke kommt vom Rettungseinsatz zurück