David Bennent: „Um Gottes willen, muss das wirklich sein.“

„Blechtrommel“-Star in Rolle als „Der kleine Mann“

<Berlin> (cat). Mit der Rolle als „Oskar Matzerath“ in „Die Blechtrommel“ wurde David Bennent als kleiner Junge berühmt. Was viele nicht wissen: Der 155 Zentimeter große Mime schauspielert noch heute und ist in der vierteiligen „ZDF“-Reihe „Der kleine Mann“ als Supermarkt-Filialleiter zu sehen. Es ist der Start der neuen Staffel von „Schuld“ nach Ferdinand von Schirachs Bestseller, produziert von Oliver Berben. Was ihn an der Produktion gereizt hat, erklärte der 52-Jährige der „B.Z.“. „Erstmal habe ich mich gefreut, nach doch sehr langer Zeit im Fernsehen eine so schöne Hauptrolle angeboten zu bekommen. Und mich hat die Geschichte interessiert. Was plötzlich aus einem Menschen werden kann, der so ängstlich und bescheiden lebt, wenn sein Leben einen Wendepunkt nimmt. In seinem Fall eben, als er ins Gefängnis kommt“, so Bennent über seine Rolle. Seine Filmfigur gerät in Drogengeschäfte und große Schwierigkeiten. Gegen Gefahrensituationen im echten Leben kann sich der in Berlin lebende Mime trotz seiner geringen Körpergröße wehren.

„Ich habe 20 Jahre lang Taekwondo trainiert.

Das ist zwar ein Kampfsport, aber man lernt zuerst einmal, sich zu beherrschen, beobachten und reflektieren. Und dann kommt man darauf: Die intelligenteste Art, einen Konflikt zu lösen, ist: fliehen.“ Normalerweise übernimmt David lieber Theaterrollen, weil beim Fernsehen die Besetzung eher „festgefahrener“ sei. Beim Titel „Der kleine Mann“ dachte der Künstler allerdings: „Um Gottes willen, muss das wirklich sein.“ Die Neugier habe ihn jedoch das Drehbuch lesen lassen – „allein schon wegen des Autors Ferdinand von Schirach“. Bennent kam zu einem guten Schluss: „Die Körpergröße steht hier eben stellvertretend für die Angst. Das Buch hätte auch ‘Der Ängstliche’ heißen können.“ In seiner Kindheit und Jugend verbrachte der Wahl-Berliner viel Zeit auf Mykonos, doch das reizt ihn nicht mehr. „Als wir dort gelebt haben, war es eine schöne, wilde, einsame Insel. An dem Strand, wo wir damals in einer Fischerhütte gewohnt haben und ich als Kind nackt rumgesprungen bin, stehen heute drei Fünf-Sterne-Hotels. Der Rummel dort ist schlimmer als auf Ibiza. Aber zum Glück gibt es noch ruhigere Ecken auf anderen griechischen Inseln. Dort genieße ich das Meer und den Fisch direkt aus der Ägäis“, so Bennent. Foto: highgloss.de

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