Enttäuschung über die Ortsentwicklung

Laboe-Fan Peter Dittmer schließt seinen Blog

Laboe (kk) Als Peter Dittmer mit seiner inzwischen verstorbenen Partnerin damals nach Laboe zog, wollte er nur eins: Den Menschen, allen voran den Freunden und Bekannten aus der alten Heimat, erzählen, wie schön es in Laboe an der Kieler Förde ist. Daraus entstand 2010 das Laboe-Tagebuch und später der Blog „Wir in Laboe“. Das kam gut an und ist bis heute beste internationale Werbung für das Ostseebad. Doch Dittmer macht jetzt Schluss. Zum 1. Januar stellt er seinen Blog ein. Die Gründe liegen in der Entwicklung der Gemeinde, wie der 75-Jährige erklärte.
„Verliebt in Laboe“ war sein Slogan, nahezu täglich war von Veranstaltungen, von den schönen Momente an der Kieler Förde, von den Erlebnisse im Ostseebad zu lesen. Zunächst als digitales Tagebuch, über die Hompage mit dem Blog. Tagtäglich war Peter Dittmer mit der Kamera im Ort unterwegs, mit Einwohner wie Gästen und auch Ortspolitikern auf Du und Du. Seit 2010 erzählte er in einer leidenschaftlich wie humorvollen Art, die gut ankam. „Ich wollte die Menschen unterhalten, ihnen eine Freude bereiten, Erinnerungen wecken an den schönen Urlaubsort“, erinnerte er sich.
Die reine Ortspolitik wollte er nach einigen Stippvisiten in Sitzungen der Gemeindevertretung der Ausschüsse außen vor lassen. Dafür, so meinte er, gebe es reichlich Plattformen, auf denen sich die Akteure der Kommunalpolitik darstellen und äußern können.
Seine Aktivitäten stießen auf große Resonanz, regional wie überregional. „Die Menschen fühlten sich auf meiner Homepage informiert über das Leben an dem Ort, in dem sie ihre schönsten Tage des Jahres verbringen. Eine schöne Bestätigung war es, als die Gemeinde mich 2013 im Rahmen einer Aktion des Ostsee-Holstein-Tourismus gemeinsam mit dem schon verstorbenen Detlef Boje zum „Ostseebotschafter“ ernannt hatte“, berichtete Dittmer. Als er 2015 auf Vorschlag von Uschi Wieck aus Laboe vom Land Schleswig-Holstein mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet wurde, sei er schon auch ein wenig stolz gewesen, meinte der Laboer. Die Auslöser für seinen Abschied als Blogger benennt er klar in der „Abwärtsentwicklung“ des Ortes. „Ich wollte eigentlich immer nur über die schönen Dinge in Laboe schreiben, doch davon gibt es immer weniger.“ Dauerbaustellen wie die Promenade, die Südmole, die Straßen, der Hafenpavillon und natürlich allen voran die Schwimmhalle – Dittmer könnte noch weitere aufzählen. „Die Menschen sind unzufrieden damit. Da kann ich nichts Schönes mehr berichten, ohne dass ich Magenschmerzen kriege.
Gleichwohl höre er nicht auf, mit offenen Augen durch Laboe zu gehen. „Ich bin seit einigen Jahren auch Mitglied der Archiv-Gruppe, die sich regelmäßig im Rathaus trifft, die Ortsgeschichte aufbereitet, dokumentiert, ergänzt und für die Nachwelt festhält. Da gibt es viel zu tun. Auch für andere Vereine oder die regionale Presse schreibe und fotografiere ich weiterhin“ kündigte er an.

Zum 1. Januar schließt Peter Dittmer seinen Blog „Wir in Laboe“

1 thought on “Enttäuschung über die Ortsentwicklung

  1. Auch ich habe Laboe im Herzen behalten, wohin ich schon von Kiel als kleines Mädchen mit dem Fördedampfer fuhr und dann bei der Schwester meiner Grossmutter B erta Perkuhn in einem entzückenden strohgedeckten Haus, mit Plumpsklo unter eine Linde im Garten, übernachten durfte. Meine Mutter ist in Laboe geboren, meine Grosstante hiess Minna Dittmer, geborene Broscheit aus Rossitten nah an Königsberg. und ihr Ehemann Herrmann, ein Eingeborener. Wie war ich enttäuscht, dass bei einer Reise vor wenigen Jahren ich das Haus mit Garten nicht wiederfand weil der Bauwut zum Opfer gefallen. Ich vermute, dass ich mit Peter Dittmer verwandt bin. Bei Onkel Herrmann assen wir die besten Erdbeeren der Welt und bei seinem Sohn die besten geräucherten Makrelen, die er im eigenen Garten räucherte. Ich lebe seit 60 Jahren in Paris und habe Laboe nie vergessen. Ob mir Peter mal schreibt? Gruss von Antje

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