Präventionsveranstaltung

Großes Interesse an Präventionsveranstaltung – »110« Service- und Notfallnummer
Heikendorf (an) Ob Enkeltrick, falsche Polizisten oder Abofallen – über 40 Personen waren zu dem Vortrag „Sicherheitstipps für Senioren“ gekommen, um sich im Rathaus Heikendorf über die Schutzmöglichkeiten vor Betrug aufklären zu lassen. Ein Thema, dass sicherlich nicht nur für Senioren interessant ist. Hauptkommissar Rolf Balk vom Präventionsteam der Polizei Kiel war ein Satz besonders wichtig: „Die 110 ist nicht nur eine Notfallnummer. Hier dürfen Sie anrufen, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt. 110 ist eine Servicenummer für jeden. Die Kollegen kennen die gängigen Betrugsmethoden, wissen, ob gerade eine Betrugsserie umgeht und können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen“. Nicht weniger eindringlich bat er darum, sich von Polizisten, Behördenvertretern und auch an der Haustür klingelnden Handwerkern immer Ausweise, Visitenkarten und im Zweifel den Personalausweis zeigen lässt. „Betrüger zeigen ungern ihren Personalausweis und werden eher abhauen. Bestehen Sie auch bei Ausreden darauf. Hat er oder sie wirklich keinen Ausweis dabei muss er noch einmal wiederkommen. Echte von gefälschten Polizeiausweisen oder Marken zu unterscheiden ist nicht leicht, auch von einer Uniform soll man sich ebenso wenig täuschen lassen. Lassen Sie die ‚Kollegen‘ im Zweifel vor der geschlossenen Tür stehen und rufen Sie die Polizeidienststelle vor Ort an. Man wird Ihnen dann sagen können, ob wirklich jemand zu Ihnen unterwegs ist.“ Gleiches gilt für Firmen aller Art. Bei unangekündigten Besuchen rät die Polizei, den Handwerker oder Firmenvertreter vor der geschlossenen Tür stehen zu lassen und beim Unternehmen telefonisch nachzufragen, ob tatsächlich jemand geschickt wurde. Im Zweifel gilt am Telefon genauso wie an der Tür: Wenn man sich an eine Person oder eine Stimme nicht erinnert, ist die Person fremd. Beim Enkeltrick nutzen die Verbrecher genau diese Unsicherheit. Der Anruf beginnt mit dem Satz ‚Hallo, rate mal wer hier ist!‘ und schnell sind die Namen der Enkel genannt. Dann kommt die Geschichte von einem Autoschnäppchen, einer Notlage im In- oder Ausland oder etwas ähnliches und dass man schnell Geld brauche. Welche Großeltern würden da nicht helfen wollen. Der vermeintliche Enkel hat noch eine Ausrede, warum er selber nicht kommen kann, aber eine Freundin oder einen Freund schickt, um das Geld abzuholen. In diesem Fall rät die Polizei, den ‚Enkel‘ zu bitten, später noch einmal anzurufen und in der Zwischenzeit Verwandte zu fragen, ob der Fall wahr sein kann. Auch hier gilt Vorsicht vor Hilfsbereitschaft.


Die Tricks sind vielseitig und kreativ. Da bittet einen der falsche Heizungsableser kurz einmal in der Küche das Wasser laufen zu lassen und in der Zwischenzeit, räumt er die Schubladen leer. Kommt man zurück ins Wohnzimmer, ist er schon lange aus der Haustür. Beliebte Vorwände sind die Bitte um ein Glas Wasser oder Kugelschreiben und Zettel. Auch am Telefon sollte man sich nicht zu schnell beeindrucken lassen. Seriöse Unternehmen von Stadtwerken über Telefonanbieter bis hin zu Banken, Sparkassen und Ärzten werden nie am Telefon oder per E-Mail nach Daten fragen. Ebenso wenig holen Banken und Sparkassen Geld bei Ihren Kunden ab, um es anderweitig anzulegen. Wenn jemand an der Tür klingelt und verzweifelt darum bittet, kurz auf die Toilette zu dürfen, rät Hauptkommissar Balk, ein Café um die Ecke, die nächste Polizeistation oder einen Supermarkt zu empfehlen. Um noch sicherer vor ungewollten Gästen an der Tür zu sein, sollten Schließketten oder -kästen und einen Türspion oder eine Videogegensprechanalage eingebaut werden. Auch in Mietwohnungen wird sich kaum ein Vermieter gegen diese Aufwertung stellen.
Diese und weitere Tipps sind in diversen Informationsbroschüren zu finden, die bei jeder Polizeidienststelle erhältlich sind. Da das Thema „Einbruchschutz“ ebenfalls nachgefragt wurde, plant der Seniorenbeirat des Sozialverbands Deutschland gemeinsam mit der Polizei hierzu eine Nachfolgeveranstaltung, die rechtzeitig angekündigt wird.

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