Winterimpressionen an der Kieler Förde

Laboe (pd) So einen langanhaltenden Winter hier an der Küste gab es schon lange nicht mehr gegeben. Ja, damals – 1928/29 – war es schon einmal heftig, wie alte Archivfotos zeigen. Und als 1956/57 sogar die Kieler Förde zugefroren war, daran erinnern sich viele ältere Menschen hier im Ort noch gut.
Ganz so streng war es in diesem Jahr zwar nicht – aber war ist anders. Der Winter dauerte gefühlt schon sehr lange. Und doch: War er nicht auch wunderschön? Die Kinder jubelten jedes Mal, wenn wieder frischer Schnee fiel und sie ihre Schlitten aus dem Schuppen holten. Unter der Woche sorgten glatte Straßen bei manchen Berufspendlern für Stirnrunzeln.
Und wenn am Wochenende die Sonne schien, gab es kaum etwas Schöneres als einen ausgedehnten Spaziergang an der frischen Luft, direkt am Wasser entlang, mit Blick auf den verschneiten Strand. Wie so oft im Leben gilt: Was für die einen eine kleine Herausforderung ist, ist für die anderen pures Vergnügen. Betrachten wir das winterliche Laboe also einmal ganz bewusst von seiner schönsten Seite.

War es nicht eine beinahe märchenhafte Kulisse, die sich uns derzeit bot? Eine zarte Eisschicht im Hafen und vor dem Strand zog die Blicke auf sich. Wie es glitzerte und funkelte, wenn die Sonnenstrahlen darauf trafen! Schwäne, Enten und Möwen versammelten sich in großen Scharen in den eisfreien Bereichen vor dem Strand. Viele Spaziergänger blieben stehen und beobachten das Schauspiel – so viele Seevögel, abgesehen von den allgegenwärtigen Möwen, sieht man sonst nur selten so dicht am Ufer.

Im Sommer ist Laboe ein lebendiger, quirliger Urlaubsort mit langem Strand und vielen erholungssuchenden Gästen. Im Winter hingegen gehört der Ort fast ganz den Einheimischen, denn nur wenige Urlauber finden in diesen Wochen den Weg an die Förde. Doch gerade das hat seinen besonderen Reiz: Wer Ruhe sucht, Weite genießen möchte und einmal bewusst durchatmen will, der war jetzt genau richtig hier. Laboe zeigte sich in diesen Tagen von einer ganz anderen Seite – ruhig, beschaulich, entschleunigt und dabei auf seine eigene Art bezaubernd.

Und allen, die vom Winter langsam genug haben, sei versichert: Der nächste Frühling kommt bestimmt. Dann wird auch Laboe wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwachen, die Promenade füllt sich, und das Leben zieht mit frischer Energie ein.

Foto: Besser klares und kaltes Winterwetter, als dieses momentane Schmuddelwetter.
Foto: pd

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