Ein Leben für soziale Gerechtigkeit
Schönkirchen (bl) Die Nachricht über den Tod von Hannelore Fojut, deren schöpferisches Leben am 4. Februar sein Ende fand, hat uns berührt. Hannelore Fojut, deren Name untrennbar verbunden ist mit einem hohen sozialen Engagement, deren Ideologie für Menschlichkeit, Nächstenliebe und soziale Gerechtigkeit stand. Die Grande Dame aus Schönkirchen wurde 97 Jahre alt.
Ihre Persönlichkeit war geprägt von einem tiefen Verständnis für das menschliche Leben, ihr Gespür für den Mangel an sozialer Gerechtigkeit spornte sie an, die für sie so offensichtlich erforderlichen, fehlenden Strukturen im sozialen Gefüge zu schaffen. Mit viel Verhandlungsgeschick setzte sich Hannelore Fojut auf Orts-, Kreis-, Landes- und Bundesebene für weitreichende Verbesserungen ein, die Kindern, Alten und Kranken zugutekamen, diesem Ziel verschrieb sie sich mit ganzem Herzen. Selbst war sie geprägt durch eine sehr schwierige Kindheit. Hannelore Fojut verlor ihre Mutter, als sie 9 Jahre alt war. Sie sorgte tagelang alleine für ihre fünf jüngeren Geschwister. Dies alles in einer Zeit nach dem Krieg, in dem soziale Strukturen nicht mehr existierten. All diese prägenden Erfahrungen waren wohl mit die Triebfeder für das beispiellose Engagement, mit dem sich Hannelore Fojut für soziale Gerechtigkeit einsetzte.
In Nordrhein-Westfalen geboren, lebte sie seit den 1950er Jahren mit ihrer Familie in Schönkirchen. 1963 trat sie in die AWO ein und ein Jahr später auch in die SPD. Mit viel Klugheit und einem klaren Blick für das Wesentliche erkannte sie, was fehlte und setzte sich mit einem hohen persönlichen Einsatz und viel Überzeugungskraft für Veränderungen ein. Als Mitglied der AWO initiierte Hannelore Fojut unter anderem den Aufbau einer Kindertagesstätte, dies als ersten Ganztageskindergarten im Kreis Plön sowie die Einrichtung der Sozialstation, der Hauspflege, einer Spieliothek und den Bau des AWO-Kinderhauses. Ihre Ehrenämter und Mitgliedschaften auf sozialer wie auch auf kommunalpolitischer Ebene waren umfangreich. Die Ehrungen, die dieser von hoher Einsatzbereitschaft geprägten Persönlichkeit zuteilwurden, sind vielfältig. Sie reichen vom Bundesverdienstkreuz am Bande über die Freiherr-vom-Stein Verdienstnadel des Landes Schleswig-Holstein bis zur Marie-Juchacz –Plakette als höchste Auszeichnung der AWO. Zudem erhielt sie die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille, die Ehrengabe des Kreises Plön und die Heinrich Paulsen Medaille als höchste Auszeichnung des Sängerbundes. In einem Interview auf die vielen Auszeichnungen und Ehrungen angesprochen, die sie in ihrem Leben erhalten hatte, betonte Hannelore Fojut, dass es ihr nie auf Ehrungen angekommen sei, denn was sie durch ihr soziales Engagement an Erleichterungen und Zufriedenheit bei den Menschen schaffe, das sei ihr Dank genug und erfülle sie mit tiefer Freude. Im Jahre 2015 erhielt Hannelore Fojut als erste Frau die Ehrenbürgerrechte Schönkirchens, 2022 zeichnete die SPD diese herausragende Frau mit der Willy-Brand-Medaille aus. Die AWO Schleswig-Holstein und die Förde Sparkasse gründeten 2023 die Hannelore-Fojut-Stiftung zur Unterstützung sozialer Projekte im Sinne des Lebenswerks der Namensgeberin.
Nun ist Hannelore Fojut gestorben, lebendig aber bleiben ihre Werke, die sie in ihrer über 45 Jahre währenden ehrenamtlichen Schaffenskraft auf den Weg gebracht hat.

