Hygge in Laboe

Hygge – übersetzt aus dem Dänischen bedeutet das gemütlich, nett, angenehm.  Aber dieses Wort Hygge bedeutet für die Dänen allerdings noch sehr viel mehr, es ist der Ausdruck für ein ganz besonderes Lebensgefühl. Und darüber berichtete Annie Lander Laszig am Montag, den 25. November 2019 im Freya Frahm Haus.

Annie Lander Laszig ist die erste Dänin, die 2015 die doppelte Staatsbürgerschaft in Schleswig-Holstein erhielt. Die „Dänische Kielerin“ ist Ehrenvorsitzende der Deutsch-Dänischen Gesellschaft und hat als Pastorin auf dem „Traumschiff“ MS Deutschland die Welt bereist. Weiterhin ist sie Goodwill-Botschafterin für Kopenhagen, sie arbeitet als freie Journalistin und ist Trägerin des dänischen Dannebrog-Ordens und des Bundesverdienstkreuzes.

Annie Lander Laszig spricht über das dänische “Hygge”

Wer könnte also besser über dieses glückliche Lebenseinstellung berichten als eine Dänin und so sorgten also schon einmal viele Kerzen im Freya-Frahm-Haus für Gemütlichkeit bevor der Lichtbildvortrag begann.

Bis auf den letzten Platz war der der Raum im Erdgeschoss des Freya-Frahm-Hauses gefüllt, es herrscht also ein großes Interesse an der Frage, warum die Dänen und andere Menschen aus den nordischen Ländern so glücklich und zufrieden mit sich und ihrem Leben sind.

Denn  Dänemark wurde schon vier Mal vom World Happiness Report zum glücklichsten Land der Welt gekürt, dicht gefolgt von Norwegen, Schweden, Finnland und Island. Aber was machen die nordischen Länder denn nun anders als z.B. die Deutschen.

Einen großen Anteil am Glücklichsein der Dänen hat auch mit dem Vertrauen in den Staat zu tun, Königin Margrehthe II. genießt ein sehr hohes Ansehen in der Bevölkerung. Das Miteinander steht viel stärker im Mittelpunkt als das in anderen Ländern weit verbreitete ich zuerst.

Und dann kommt die Lebensphilosophie „Hygge“ ins Spiel, in das die Kinder von klein auf mit eingebunden werden. Für die Dänen ist „Hygge“ der Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag und die Antwort auf die dunklen und eiskalten Winterabende, so Annie Lander Laszig.

Etwas ist „hyggelig“ wenn das Gefühl von Vertrautheit, Sicherheit, Behaglichkeit, Geborgenheit und Wärme entsteht. „Hygge“ kann ein geselliger Abend mit Freunden sein, warmes Kerzenlicht gehört immer dazu, dann ein gutes Essen und angenehme Gespräche.

Und so ist es auch kein Wunder, dass Dänemark mit 4,3 kg pro Kopf den höchsten Kerzenverbrauch in ganz Europa hat, (Deutschland 2,4 kg, Stand 2016). Kerzen gehören also immer dazu, wenn es um Gemütlichkeit geht.

viele Bücher wurden schon über “Hygge” geschrieben

Ganz wichtig ist die Tatsache, dass man „Hygge“ nicht kaufen kann, sondern es liegt im Grunde in einem selbst verborgen. Es geht darum, den Moment zu genießen und Negatives hinter sich zu lassen. Sich und anderen etwas Gutes zu tun, das Leben so angenehm und schön wie möglich zu gestalten. Es sind die kleinen Glücksmomente des Alltags, welche die Dänen ganz anders aufnehmen als viele Menschen in den anderen Industrienationen.

Und anhand von Lichtbildern zeigte Annie Lander Laszig an vielen Beispielen, wie man es sich zuhause „hyggelig“ machen kann.

Dazu gehören als erstes warme Lichtquellen aus Kerzen, Leuchten und einem Kamin, sofern vorhanden. Diese Lichtquellen verteilt im Raum machen ihn schon einmal sehr gemütlich.

Für die Dänen ist das Zuhause ein Rückzugsort wo man sich geborgen fühlt. Neben dem warmen Licht sorgen Decken, Kissen, ein flauschiger Teppich, ein schönes Bild an der Wand, Zimmerpflanzen, ein Bücherregal und eine bequeme Couch dafür, dass es so richtig schön heimelig wird.

Und noch etwas ist ganz wichtig, es geht darum, Achtsamkeit zu praktizieren: zusammen oder alleine.

Es geht daher bei Hygge weniger um materielle Dinge. Es geht darum, sich auf den Moment zu konzentrieren und dankbar zu sein für die schönen Dinge im Leben. Hygge ist ein Ort des Friedens und der Sicherheit, ein Ort, an dem man sich wohlfühlen soll, allein oder gemeinsam mit Freunden und Familie.

Und daher kann man ganz allgemein sagen, Hygge ist, was entspannt. Das geht alleine, eingekuschelt in eine Decke mit einem guten Buch in der Hand oder der Lieblingssendung im Fernseher, mit einer Tasse Tee in der Hand am Fenster sitzend und die Welt draußen beobachtend.

Besonders hyggelig wird es aber gemeinsam mit Freunden und der Familie beim gemeinsamen Essen, Trinken, Reden und Spazieren gehen. Ganz wichtig: Über Politik oder andere ernste Themen wird in hyggeligen Stunden niemals gesprochen, das ist viel zu aufregend und zerstört den schönen Moment.

Und mit den Worten, es doch selber einmal auszuprobieren, verabschiedete sich Annie Lander Laszig bei ihren Zuhörern die ihr mit viel Applaus für diesen interessanten Abend dankten.

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