Laboe (pd) Hoch schwappten in den vergangenen Wochen die Wogen der Empörung in den sozialen Netzwerken, als bekannt wurde, dass die neuen Saisonstrandkörbe in Laboe deutlich teurer werden sollen. Kostete ein Jahreskorb in der ersten Reihe bislang 390 Euro, werden künftig bis zu 1.089 Euro fällig. Vor diesem Hintergrund luden die beiden neuen Strandkorbbetreiber zu einem Dialog- und Informationsabend in die Aula der Grundschule ein.
Bürgermeister Heiko Voß begrüßte die zahlreichen Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula und bat gleich zu Beginn um eine faire und sachliche Diskussion. Alle Fragen sollten offen beantwortet werden.
Anschließend stellten sich die neuen Betreiber vor. Den nördlichen Strandabschnitt von der Alten Lesehalle bis zum Katzbek wird künftig Angelo Bris ausstatten. Er ist Inhaber der Bris Strandkorbmanufaktur in Ahrensbök, die seit 2003 besteht und 2025 mit der traditionsreichen Harder-Strandkorbmanufaktur fusionierte, die bereits seit 1925 hochwertige Strandkörbe im Familienbetrieb herstellt.
Den Südstrand zwischen Alter Lesehalle und Hafen übernimmt Bernhard Sourdeau, Co-Founder und Mitinhaber des Hamburger Start-ups „Strandbutler“. Sein Unternehmen setzt auf digitale Strandkorbvermietung: Über eine App können Körbe vorab gebucht und bezahlt werden. Eine integrierte Karte zeigt die genauen Standorte, geöffnet und geschlossen werden die Schlösser per Smartphone. Dieses System ist bereits bei über 80 Strandkorbvermietern an Nord- und Ostsee im Einsatz. Gleichzeitig versicherten die Betreiber, dass auch weiterhin eine Buchung vor Ort ohne Smartphone möglich sein wird.
In der anschließenden Diskussionsrunde dominierten vor allem Fragen zu den stark gestiegenen Preisen für Jahreskörbe. Mehrere Besucher äußerten Unverständnis darüber, dass insbesondere Einheimische die teils verdreifachten Kosten tragen sollen, während Urlauber und Tagesgäste weiterhin zu den bisherigen Preisen – teils sogar günstiger durch Nachmittagskörbe – Strandkörbe mieten können. Für viele sind diese Preise nicht mehr leistbar, sie werden in Zukunft keinen Jahreskorb mehr mieten, sondern sich einfach in der ersten Reihe dazwischen legen, so eine Besucherin aus dem Publikum.
Die Betreiber begründeten die Preisanpassung mit den hohen Investitionskosten: Rund 500.000 Euro müssten für die 500 neuen Strandkörbe aufgebracht werden. Umgerechnet auf die Saison von 183 Tagen entspreche selbst der teuerste Korb in der ersten Reihe etwa sechs Euro pro Tag. Körbe in anderen Reihen lägen bei vier, drei oder 2,50 Euro pro Tag und damit deutlich unter den Tagesmietpreisen.
Ein weiteres Thema war der Umgang mit ungenutzten Jahreskörben. Künftig sollen Mieter ihre Körbe zeitweise für Tagesgäste freischalten lassen können, etwa wenn sie selbst im Urlaub sind. Für diese Tage erhalten sie eine Rückerstattung, während die Betreiber zusätzliche Einnahmen erzielen – eine Lösung, die als Win-win-Situation beschrieben wurde.
Für Diskussionen sorgte auch die Frage, ob Strandmuscheln oder ähnliche Windschutze vor den Körben in der ersten Reihe aufgestellt werden dürfen und damit die Sicht beeinträchtigen. Bürgermeister Voß stellte klar, dass dies zulässig sei. Der Strand gehöre dem Land Schleswig-Holstein, und die Strandsatzung garantiere allen Menschen freien Zugang und Aufenthalt im öffentlichen Strandbereich. Eine rechtliche Handhabe zum Entfernen solcher Strandmuscheln gebe es nicht. Lediglich Verstöße wie Grillen, Möwen füttern, Shisha-Rauchen oder Hunde am Strand könnten durch den Ordnungsdienst geahndet werden – allerdings nicht an den Wochenenden mangels Personals.
Zum Abschluss präsentierten die Betreiber die neuen Strandkörbe im Detail. Die Besucher konnten diese auch ausprobieren. Der sogenannte Küstenkorb besteht aus einem massiven Hartholzrahmen auf stabilem Aluminium-Untergestell. Besonderes Merkmal ist unter anderem ein neuer Federmechanismus zur leichten Verstellung des Oberteils mit nur einem Handgriff, verbesserte Fußstützen sowie breitere Klapptische.
Insgesamt zog die Veranstaltung ein überwiegend positives Fazit. Trotz teils emotionaler Diskussionen sei der Abend sehr informativ gewesen. Wie sich das neue Konzept in der Praxis bewährt, wird sich in der kommenden Saison in Laboe zeigen.
Foto: Die Aula war bei der Vorstellung der neuen Strandkörbe bis auf den letzten Platz besetzt.
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