Soll der Naturerlebnisraum Laboe umgestaltet werden?

Laboe (pd) Und wenn ja, wie? Um diese Frage zu beantworten, hatte Bürgermeister Heiko Voß und die Gemeindevertretung am Samstag, 14. Mai 2022, zu einem Rundgang durch den NER zusammen mit der Landschaftsarchitektin Sabine Franke eingeladen.
Rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten sich am Treffpunkt eingefunden und wurden von Bürgermeister Heiko Voß begrüßt. 50.000 € sind im Haushaltsplan hinterlegt, so Voß, weitere Fördermöglichkeiten werden ausgelotet.
Die Landschaftsarchitektin Sabine Franke von Franke‘s Landschaften und Objekte aus Kiel zeigte dann zum besseren Verständnis auf einem großformatigen Luftbild noch einmal das Gebiet, das als Dünenlandschaft Naturerlebnisraum ausgewiesen ist.
Eines stellte Franke sofort klar, Baumaßnahmen dürfen in dem seit 2005 ausgewiesenen und 10 ha großen Naturschutzgebiet nicht durchgeführt werden. Denn in diesem Bereich, so Franke weiter, gibt es sehr sensible Landschaftsstrukturen, Schilfgebiete sowie Biotop- und Artenschutz.
Andererseits kann man hier sehr gut die Dynamik von Wasser und Wind erleben, man kann im Laufe der Jahre auch sehr gut den Abtrag von Teilen der Küste und Anlagerung an anderen Stellen nachverfolgen. So entstanden am Meeressaum eine Sandbank und ein Strandsee.
Aber in den fast 20 Jahren seitdem das Gelände als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde habe sich natürlich vieles in der Landschaft verändert, so die Landschaftsarchitektin. Es gibt dort einen Aussichtspunkt der ursprünglich dazu diente, hauptsächlich Vögel aber auch andere Tiere in dem Bereich vom Aussichtspunkt bis zum Strand zu beobachten. Viele alteingesessene Bürgerinnen und Bürger konnten sich noch gut daran erinnern.
Mittlerweile ist dieser Aussichtspunkt aber von hohen Büschen umgeben, ein Blick zum Wasser ist nur noch sehr eingeschränkt möglich. Auch ist der Aussichtspunkt für gehbehinderte Menschen kaum erreichbar und die Plattform durch die hohen Stufen nur sehr schwer zu bewältigen. Das wäre also ein Punkt der auf jeden Fall verbesserungswürdig wäre.
Bei dem weiteren Rundgang ging es auch um die Frage, wie das Vogelschutzgebiet wirkungsvoll vor uneinsichtigen Wanderern mit oder ohne Hunde geschützt werden kann, um den Vögeln einen ungestörten Rückzugsort für das Brüten zu ermöglichen.
Aus der Bevölkerung tauchten dann Fragen auf, ob es die Möglichkeit einer mobilen Toilette z.B. im Bereich der Meeresbiologischen Station gäbe. Auch der Wunsch nach mehr Bänken oder Hinweistafeln wurde geäußert.
Alle diese Vorschläge werden geprüft, so Sabine Franke, ebenso wurde an die Teilnehmer ein Fragebogen ausgeteilt, in dem noch einmal alle Wünsche festgehalten werden können. Auch eine Online-Abstimmung ist möglich, hier können auch Urlauber und Gäste teilnehmen und ihre Wünsche einbringen. Die Adresse lautet: www.laboe.feedbackplattform.de

Bild: Dieser erste Rundgang diente dazu, sich einmal einen Überblick über den Ist-Zustand dieses sehr schönen Naturschutzgebietes zu verschaffen. Eine Umgestaltung ist langfristig nur behutsam im Einklang mit der Natur durchführbar, daher sei es aber ganz wichtig, die Bewohner und Gäste mit in die Planung einzubeziehen, so Sabine Franke und Heiko Voß zum Abschluss des Rundgangs.
Foto: pd

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