„Im Sommer zu warm, im Winter zu kalt“
Probsteierhagen (kk) Die Sporthalle der Dörfergemeinschaftsschule in Probsteierhagen stammt aus dem Jahr 1972. Seitdem ist baulich, geschweige denn energetisch, kaum etwas passiert. Das soll sich jetzt ändern. Der Schulverband Probstei-West bringt für die Turnhalle jetzt ein Konzept auf den Weg und hofft dafür auf Zuschüsse aus der sogenannten Sport-Milliarde. Die geschätzten Kosten für die Beseitigung der gravierendsten Mängel belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro, die, so die Hoffnung, mit 45 Prozent aus dem Förderprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten bezuschusst werden.
Es ist seit Langem bekannt: Der Sanierungsstau in der Sporthalle betrifft nahezu alle Bereiche. Die Dämmung der Fassade sowie der Dachflächen ist unzureichend, die Heizung ist zwar zu hören, aber nicht zu spüren. Eine Begehung mit den Fachleuten hatte erhebliche Sicherheitsmängel ergeben. Beispielsweise haben die Wände keinen Prallschutz. Der ist aber zwingend umlaufend, also sowohl an Längs- als auch an Querwänden vorgeschrieben. Hinzu kommen die veraltete Technik der Geräte und der Ausstattung. Tore und Sprossenwände lassen sich beispielsweise nicht nach oben ziehen. „Der Basketballkorb muss mit einer Kurbel bewegt und die Ringe müssen mit einem Haken geangelt werden“, schilderte Verbandsvorsteher Heino Schnoor den Zustand.
Ein Knackpunkt sind die Fenster. Die müssen derzeit mit einer Kette geöffnet werden und bringen nicht den gewünschten Effekt. „Im Sommer ist es zu warm, im Winter zu kalt“, berichtete er.
Die Halle sei quasi rund um die Uhr besetzt, betonte die Schulleiterin Yvonne Thun-Andres. Die Offene Ganztagsschule, der Sportverein, Seniorengruppen, die Sportgruppe Prasdorf und die Kindertagesstätten nutzen sie. Die Schulleiterin betonte: „Wir haben das große Glück, viele Sportfachlehrer zu haben. Dann müssen wir auch Rahmenbedingungen schaffen.“ Und dazu gehört für sie auch eine „zeitgemäße Umkleide für die Lehrkräfte, damit sie vor Ort wenigstens duschen können“.
Abhilfe soll nun das Sanierungskonzept schaffen, das der Schulverband auf den Weg gebracht hat. Vorgesehen sind für die Gebäudehülle auf der Grundlage eines energetischen und statischen Gutachtens die Dämmung von Fassade und Dachfläche. Die jetzt im Innern der Halle verlaufende Regenwasserableitung wird nach außen verlegt. Im Innenbereich erhalten die Wände einen umlaufenden Prallschutz und der Hallenboden wird den Vorgaben entsprechend gedämpft. Die jetzt fehlenden Brandschutztüren und neue Innentüren sowie eine Sicherheitsverglasung sind vorgesehen.
Ein wichtiger Punkt: die Barrierefreiheit. Dafür erhält der Eingang eine Rampe, Umkleide- und WC-Bereiche sind barrierefrei geplant. Die Beschilderung der Fluchtwege gehört ebenfalls zu den Maßnahmen, die der Sicherheit im Sportbetrieb dienen.
Foto: Schulleiterin Yvonne Thun-Andres sieht großen Nachholbedarf für die Sporthalle.
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