Laboe (kk) Es ist bereits seit zwei Jahren klar: Der Schulcampus in Laboe mit seinen vier bestehenden Gebäuden muss dringend weiterentwickelt werden. Vor allem im Hinblick auf die Ganztagsbetreuung, auf die Eltern ab diesem Sommer einen Rechtsanspruch haben, aber auch mit Blick auf den Anstieg der Schülerzahlen. Im ersten Schritt sind im vergangenen Schuljahr zwei neue Klassenräume entstanden.
Es liegt zwar ein gültiger Beschluss für den Neubau eines Schulgebäudes auf dem Tisch, doch jetzt stellte Bürgermeister Heiko Voß (parteilos) seine Ideen für die schrittweise Entwicklung der vorhandenen Gebäude vor. Der Vorentwurf des Architektenbüros Schnittger und Partner stieß vor allem bei Grünen und der SPD auf ein positives Echo. Der Entwurf geht von einer Entwicklung in „Salami-Taktik“ aus, wie Architekt Felix Winter sagte. Er sehe viel Potenzial in der vorhandenen Bebauung, die saniert, umstrukturiert und erweitert werden könne.
Sein Konzept schlug mit rund 6,2 Millionen Euro für eine L-förmige Erweiterung des Beeke-Sellmer-Hauses im oberen Bereich des Schulgeländes sowie einen weiteren Umbau zu Buche. Die barrierefreie Anbindung des Schulhauses an das Beeke-Sellmer-Haus mit einem Verbindungsgang stieß vor allem bei den Grünen auf Begeisterung. Auch die SPD sah darin großes Potenzial, insbesondere für die pädagogische Weiterentwicklung der Schule. Der Gang biete Möglichkeiten, alternative Lernorte wie kleine Sitzbereiche oder einen Aufgang mit „Lern- und Lümmelstufen“ zu schaffen, sagte Winter.
Einen Zeit- oder Raumplan gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Fest steht laut Voß aber, dass in zwei Jahren die nächsten zwei Klassenräume benötigt werden. Den nötigen Raum dafür schafft die Gemeinde durch den Umzug der Volkshochschule, die bis dato ebenfalls im Beeke-Sellmer-Haus ihr Domizil hat. Die Bücherei war bereits im vergangenen Jahr ausgezogen.
Die Elternvertreter Sascha Radomski und Tilmann Schönherr sehen die Bestrebungen der Gemeinde für die Schulentwicklung auf einem guten Weg. „Wir Eltern fühlen uns gut gehört von der Politik und den Gremien“. Es sei erkannt worden, dass eine langfristige Entwicklung nötig sei, so Radomski weiter. Der Elternbeiratsvorsitzende betonte, es gehe den Eltern nicht um einen Neubau. „Es geht uns darum, dass für Kinder aus Laboe der Platz gesichert ist, die Kinder gut unterrichtet und betreut werden.“ Aus seiner Sicht ist der Prozess gut vorbereitet und auf einem guten Weg.

