Probsteier Tanz- und Trachtengruppe traf sich zum Foto-Shooting

Schönberg (kk) Was macht eine Tanz- und Trachtengruppe, wenn sie nicht tanzen kann und zwangsweise pausieren muss? Ein Fotoshooting für einen Jahresbegleiter. Das jedenfalls hatten sich die Mitglieder der Probsteier Tanz- und Trachtengruppe in Schönberg gesagt und kurzerhand eine Fotografin eingeladen, die Trachten in besonderer Weise in Szene zu setzen. Nun gab es den letzten von drei Foto-Terminen an der Krokauer Mühle mit dem knallgelben Rapsfeld im Hintergrund.
Eine gelungene Aktion, die schon ganz neugierig auf den Kalender macht, der im Sommer erscheinen soll. Anlass ist zum einen das 30-jährige Jubiläum des Vereins, aber im nächsten Jahr auch der Deutsche Trachtentag, der zum ersten Mal in Schönberg abgehalten wird.
Die Flügel der Krokauer Windmühle stehen gut, der Himmel strahlt, das Rapsfeld leuchtet. Beste Bedingungen und abwechslungsreiche Kulissen für die Fotografin Mandy Braun. Sie lässt die Trachtentänzer posieren, mal fröhlich ins Gespräch vertieft, mal frontal aufgestellt, mal paarweise oder auch als Solitär.
Gezeigt werde die gesamte Bandbreite, wie die Probsteier Tracht um 1790 bis 1830 getragen wurde, erklärte Christian Lantau, Vorsitzender der Tanz- und Trachtengruppe und ausgewiesener Fachmann in Sachen Tracht. Wie berichtet, hatte er 2017 eine wissenschaftliche Betrachtung über die Entwicklung der Probsteier Tracht herausgebracht. In dem Kalender werden nun die Hochzeittracht um 1830, gezeigt von Jalte Philippsen und Cora Albrecht. Sie trägt als Braut den schwarzen Rock und die blaue Schürze von der Verlobung, dazu die Brautkrone, die sich seinerzeit die Brautleute von der Kirche ausleihen durften. „Die Leihgebühr betrug drei, vier oder fünf Mark. Wer gut betucht war, nahm natürlich die teuerste. So konnte man schon bei der Hochzeit sehen, wer Geld hatte. Schwangere durften gar keine Krone tragen“, erzählte Lantau.
„Die alte Tracht um 1790 hatte noch kurze Röcke. Doch dann meinte man, das schicke sich nicht – die Röcke wurden länger“, erklärte Lantau. Doch die Röcke wurden nicht etwa neu genäht oder gekauft, sondern die kurzen wurden verlängert, indem ein Stück dran genäht wurde. All das ist in den alten Modellen sichtbar, die samt und sonders aus dem Fundus und der Hand von Christian Lantau und seiner Trachtengruppe stammen. „Manche Röcke sind 200 Jahre alt. Die sind unverwüstlich aus handgewebtem Leinen, dick und schwer “, so Lantau. Die Damen und Herren hatten sichtlich Spaß am Fotoshooting. So zeigten Johanna Lamp und Ellen Krohn die Jungmädchentracht, Gesa Lantau, Laura Dana Klindt und Franziska Lamp tragen die Nachmittags- und Arbeitstracht. Ein blauer Rock und passende Hüte sind auffällig. Den Arbeits- und Alltagsanlass dieser Tracht verdeutlichten Krüge und Töpfe, die die Damen tragen.
Das Kalender-Projekt ist allerdings nicht nur Mittel zum Zweck, sondern es sollte auch in Zeiten der Corona-Pause dazu dienen, den Zusammenhalt in der Gruppe zu erhalten und zu fördern, erklärte Christian Lantau. Auf eine besondere Herausforderung freut sich Lantau besonders: Im nächsten Jahr richtet die Probsteier Tanz- und Trachtengruppe in Schönberg den Deutschen Trachtentag aus. Dann ist der Bundesverband Deutscher Trachten mit seiner Jahrestagung in der Probstei zu Gast.

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